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Verkehrspolitik:Trambahn bis nach Haar

SPD fordert Landkreis auf, sich in Münchner Planungen einzubringen

Eine Trambahnlinie bis nach Haar mit einer Wendeschleife am Jagdfeldring: Die SPD im Kreistag möchte, dass der Landkreis Kontakt mit der Landeshauptstadt München aufnimmt und die dort verfolgten Pläne für eine Verlängerung der Straßenbahnlinie von Berg-am-Laim über Trudering bis Haar unterstützt. In einem in den Kreistag eingebrachten Antrag fordert die SPD, im Zuge einer auf Münchner Seite anstehenden Machbarkeitsstudie zu prüfen, wie der Verkehrswert einer Verlängerung der Tram 21 nach Haar zu bewerten sei. "Wenn die Landeshauptstadt München eine Verlängerung der Tram 21 prüft, sollte ihre Planung nicht an der Stadtgrenze aufhören", sagt SPD-Fraktionschef Florian Schardt.

Die Verlängerung der Trambahnlinie geistert als Idee schon seit längerem durch Haar. Der Grünen-Bürgermeisterkandidat Ulrich Leiner brachte das Projekt in seinem Wahlkampf wiederholt zur Sprache und wies kürzlich wieder darauf hin, dass für eine solche aus seiner Sicht sinnvolle Tramverbindung nicht der Weg durch einen Fahrradschnellweg verbaut werden dürfe, wie ihn Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) mit CSU-Vertretern aus Vaterstetten und Trudering als Vision für die B 304 vorgestellt hat. Die SPD zieht mit den Grünen nun an einem Strang: "Der Jagdfeldring in Haar ist dicht besiedelt und bietet sich für eine Wendeschleife an. Er wäre der ideale Ausgangs- und Zielpunkt einer verlängerten Tram ", sagte Florian Schardt.

Das Trambahnprojekt kam bei einem online ausgerichteten Stadt-Land-Dialog der Sozialdemokraten zur Mobilität auf den Tisch, den Schardt gemeinsam mit dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Münchner Stadtrat, Christian Müller, organisiert hatte. Die beiden Fraktionsvorsitzenden zeigten sich dort laut Mitteilung der SPD "einig, dass man die Herausforderungen des Großraums München nur gemeinsam bewältigen kann". Schardt betonte, dass nach Auffassung der Landkreis-SPD einer Verlängerung der U 5 über Neuperlach Süd hinaus eine besonders hohe Priorität zukommen müsse. "Der Raumfahrt-Campus der TU wird den nächsten Jahren auf mehrere tausend Studierende anwachsen. Die müssen da irgendwie hinkommen und der Bus steht schon heute oft im Stau." Zu einer interessanten Idee habe die vom verkehrspolitischen Sprecher der Rathaus-SPD, Nikolaus Gradl, angestoßene Diskussion über eine mögliche Tram vom Deutschen Museum über Neuperlach Zentrum bis nach Putzbrunn geführt. "Unser Ort alleine wäre zu klein für eine solche Strecke", wandte Bürgermeister Edwin Klostermeier ein. So es aber gelingen sollte, die B 471 endlich an die Autobahn zu verlegen, könnte man die Linie entlang der dann stillgelegten bisherigen B 471 verlängern und somit der alten, aber nach wie vor charmanten Idee einer Stadtumlandbahn neues Leben einhauchen. "Das wäre doch eine schöne Vision", sagte Klostermeier.

In einer früheren Fassung war von der Trambahnlinie 19 die Rede, wie es die SPD in ihrem Antrag formuliert hat. Diese endet am S-Bahnhof Berg am Laim.Tatsächlich ist aber die Linie 21 gemeint, die bisher an der St-Veit-Straße in Berg am Laim endet und früher mal die Linie 19 war.

© SZ vom 14.12.2020 / belo
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