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Verkehrspolitik:Gutachter prüfen Autobahnparallele

Viel Vekrkehr in Haar auf der B471. Wenn die A 99 dicht ist, staut es sich in kurzer Zeit auch auf der Umleitungsstrecke.

(Foto: Claus Schunk)

Kreis gibt Machbarkeitsstudie für eine Verlegung der B 471 neben die A 99 in Auftrag.

Die Idee galt noch vor zehn, zwölf Jahren als unrealisierbar, doch nun gibt es einen neuen Anlauf für eine Parallelstraße zum Autobahnring A 99: Der Ausschuss für Bauen und Schulen des Landkreises München hat jetzt den Weg bereitet für eine Machbarkeitsstudie. In dieser soll ermittelt werden, inwiefern eine sogenannte B 471 neu möglich und sinnvoll ist. Das Ziel der Kreispolitiker: Der Durchgangsverkehr soll raus aus den Gemeinden, die von der Bundesstraße durchquert werden. Deshalb wäre eine Konsequenz des Baus einer solchen neuen Schnellstraße, dass die B 471 zurückgebaut werden müsste zu einer Kreisstraße - mit allen Konsequenzen bis hin zu einem Lkw-Verbot. So machte Landrat Christoph Göbel (CSU) im Ausschuss klar: "Wir wollen hier nicht nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren einfach eine weitere Straße bauen, die dann ebenso voll läuft wie die bestehenden."

Ein wichtiger Punkt der Diskussion betraf die Finanzierung des Projekts. "Dass da etwas auf Kreiskosten entsteht, wird es nicht geben", sagte Göbel. Der Landrat erwartet, dass die Studie die Notwendigkeit einer neuen Straße belegt, um eine Finanzierung durch den Bund zu erreichen.

Für Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) darf der vorliegende Entwurf einer Autobahnparallele zwischen Aschheim und Hohenbrunn nicht die alleinige Grundlage für die Machbarkeitsstudie sein. "Wenn die neue Straße im Norden endet und der Verkehr abfließen soll, dann müssen wir uns auch die Flaschenhälse dort anschauen." Laut Greulich hätte eine neue Trasse bittere Folgen für seine Gemeinde und den Nachbarn Unterföhring: "Dann haben wir noch mehr Verkehr." Schon jetzt sei die Verkehrssituation in Ismaning grenzwertig, etwa durch die "unsägliche Ampel" auf der Kreisstraße M 3. Der Beschluss des Ausschusses sieht daher vor, dass auch die nördlich und südlich anschließenden Straßen untersucht werden sollen - und zwar in Bezug auf mögliche Konsequenzen durch eine neue B 471.

Die Grünen sehen eine weitere Bundesstraße kritisch

Einzig die Grünen im Ausschuss konnten sich mit der Idee einer weiteren Bundesstraße nicht recht anfreunden. Gudrun Hackl-Stoll warnte, eine neue Trasse bringe immer auch neuen Verkehr, selbst bei einem Rückbau der alten B 471. Der Landkreis müsse zudem bei den freiwilligen Leistungen sparen, das hätten die jüngsten Haushaltsdebatten gezeigt. Schon deshalb seien Investitionen in den Straßenbau aus ihrer Sicht schwierig zu begründen. "Wieso bauen wir nicht die Metrobuslinien aus, um den Verkehr zu entlasten?", fragte Hackl-Stoll.

Selbst der letztlich ebenfalls in den Beschlussvorschlag eingegangene Denkanstoß von CSU-Kreisrat Helmut Horst, man solle prüfen lassen, ob neben einer Autobahnparallele auch ein Radschnellweg entstehen könnte, brachte die Grünen nicht dazu, für die Machbarkeitsstudie zu stimmen. "Wir werden mit Nein stimmen, auch wenn die Idee gute Nebeneffekte bringen könnte", sagte Luitgard Dittmann-Chylla. Das positive Votum der anderen Fraktionen begrüßte Landrat Göbel: Vielleicht führe man durch dieses Projekt sogar die "Ewigkeitsdebatten" in Putzbrunn, Grasbrunn und Hohenbrunn zu einem guten Ende.