Verkehr:Vielen stinkt der Siphon

Verkehr: Der Kreisel am Friedhof hat drei Zu- und Abfahrten. Jetzt werden wieder Stimmen laut, den Durchstich zur Von-Stauffenberg-Straße zu schaffen.

Der Kreisel am Friedhof hat drei Zu- und Abfahrten. Jetzt werden wieder Stimmen laut, den Durchstich zur Von-Stauffenberg-Straße zu schaffen.

(Foto: Claus Schunk)

Unterhaching fragt sich mal wieder, wie der Stau im Bozaunweg beendet werden kann

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Ein Siphon ist in der Regel eine U-förmige Rohrleitung. Man kennt das von Waschbecken. Die Biegung ist stets mit Wasser gefüllt, so wird Gestank verhindert. Wenn Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) vom "Siphon" in seiner Gemeinde spricht, dann meint er aber eine von vielen als recht unglücklich empfundene Verkehrsführung zwischen Ottobrunner und Von-Stauffenberg-Straße. In diesem Bogen steht zwar nicht das Wasser, dafür stehen dort häufig die Autos, vor allem aber die Busse, die nicht rauskommen. Manch einem stinkt das schon lange. Diesen Siphon will die Gemeinde jetzt abschaffen, indem sie am nahen Kreisverkehr einen vierten Ast baut.

Die Idee ist nicht neu. Forderungen, den Kreisel mit einem Abzweig Richtung Norden zu vervollständigen und damit den eher umständlichen Schwenk über den "Siphon", der eigentliche Bozaunweg heißt, abzuschaffen, gab es in den vergangenen 55 Jahren, seit das Wohngebiet Grünau entstanden ist, immer wieder. Ursprünglich existierte an dieser Stelle eine Kreuzung, dann hat man den Kreisverkehr mit drei Ästen errichtet. Auf den vierten Abzweig hat man damals verzichtet, die Befürchtungen waren groß, dass dann alle bequem die Abkürzung über die Von-Stauffenberg-Straße durch das Wohngebiet nehmen, anstatt auf den Hauptrouten Ottobrunner- und Biberger Straße zu bleiben. Aus diesem Grund wurden Forderungen, endlich den lästigen "Siphon" abzuschaffen, immer wieder abgeschmettert.

Der Verkehr, der inzwischen durch Unterhaching fließt, hat aber derart zugenommen, dass es inzwischen recht schwierig ist, aus dem "Siphon", also dem Bozaunweg, auf die Ottobrunner Straße einzumünden oder andersherum von Westen aus Richtung Grünau abzubiegen. Insbesondere auch, weil der Abzweig so kurz hinter dem Kreisel liegt und die Autos, die aus dem Kreisverkehr hinausfahren meist kräftig beschleunigen. Vor allem die Busfahrer tun sich dort schwer. Derzeit müssen die Busse der Linie 217 zwischen Unterhachinger Bahnhof und Neuperlach sowie der 220er zwischen Winning und Giesing dort im 20-Minuten-Takt abbiegen. Eine direkte Anbindung der Von-Stauffenberg-Straße an den Kreisverkehr würde daher auch der MVV begrüßen. Das wäre für die Fahrer nicht nur bequemer sondern würde auch die Fahrzeiten verkürzen.

Ein Gutachten gibt es übrigens bereits seit 2015. Vor sechs Jahren hatte Professor Harald Kurzak eine Verkehrszählung durchgeführt und genau diesen Umbau nebst Schließung der Einmündung Bozaunweg empfohlen. Jetzt hat sich offenbar im Rathaus jemand an das Konzept erinnert und das Thema im Bauausschuss auf die Tagesordnung gesetzt. Einen erhöhten Verkehr in der Von-Stauffenberg-Straße sah der Gutachter damals nicht. Zumindest solange die Ampel am Ende dieser Abkürzung, wo sie in die Biberger Straße mündet, keine längeren Grünzeiten aufweist. Mittlerweile gibt es auf Höhe des Kindergartens im Bonhoefferhaus eine weitere Ampel. Und wenn das alles nichts nützen sollte, kann sich die Verwaltung eine weitere Signalanlage auf der Strecke vorstellen. Auch eine Fahrradstraße, wie sie die Grünen vorschlagen, wäre eine Option.

Dass nach 55 Jahren nun Tempo in eine Umgestaltung reinkommt, ist trotz Zustimmung des Ausschusses eher unwahrscheinlich. Zwar gehört das benötigte Grundstück am Bozaunweg der Gemeinde, doch muss auch der Landkreis mitmachen, da es sich bei der Ottobrunner Straße um eine Kreisstraße handelt.

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