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Verkehr:Sperrung würde andere belasten

Lkw dürfen weiter durch die Ekkehartstraße in Grasbrunn fahren

Von Lars Brunckhorst, Grasbrunn

Sie war das Thema eines ansonsten themen- und kontroversenlosen Kommunalwahlkampfs: die Forderung von Anliegern der Ekkehartstraße in Grasbrunn nach einem Durchfahrtverbot für Lastwagen. Kaum ein Jahr später hat der Grasbrunner Gemeinderat diese Forderung sang- und klanglos beerdigt - mit den Stimmen aller Parteien, also mithin auch jener, die im Wahlkampf noch vehement dafür eingetreten waren.

Ausschlaggebend für das Votum war das Ergebnis einer Verkehrszählung. Diese hatte am 1. Oktober vergangenen Jahres 1470 Kraftfahrzeuge innerhalb von 24 Stunden auf der Ekkehartstraße ergeben sowie 90 Schwerlaster. Bei einer Sperrung der Straße für Lkw über 7,5 Tonnen würden diese laut dem mit der Zählung beauftragten Fachbüro zum weit überwiegenden Teil nach Harthausen ausweichen; der kleinere Teil würde auf die Putzbrunner Straße nach Westen wechseln. Damit würde sich eine Sperrung ähnlich wie eine Ortsumfahrung auswirken, so das Fazit im Rathaus, und der "Vorteil der Verkehrsentlastung für einen Gemeindeteil einen Nachteil mit der Erhöhung der Verkehrsbelastung für einen anderen Gemeindeteil mit sich bringen". Hinzu komme, dass andere Straßen, etwa die Waldbrunner Straße, um ein Vielfaches stärker befahren seien.

Es sind die Argumente, die Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) auch im Wahlkampf vorgebracht hat. Jetzt machte sie sich - wortlos - das ganze Gremium zu eigen, auch die CSU, die seinerzeit noch Anlieger und Fürsprecher einer Sperrung auf ihre Kandidatenliste für den Gemeinderat geholt hatte. Ohne weitere Diskussion votierte das Gremium nahezu einstimmig dafür, eine Sperrung der Straße nicht weiterzuverfolgen. Allein Sven Blaukat (FDP) stimmte dagegen, ohne jedoch seine Gründe auszuführen.

Die Anwohner der Ekkehartstraße hatten ihren Protest, den sie voriges Jahr auch auf der Bürgerversammlung vortrugen, vor allem mit den Lastwagen zur Kiesgrube begründet, aber auch mit Lkw-Mautflüchtlingen von der Autobahn. In der CSU fanden sie Unterstützung. Doch deren lautesten Wortführer, der frühere Zweite Bürgermeister Michael Hagen und die Anwohnerin Franziska Wiesheu, die auf der CSU-Liste kandidierte, hatten es bei der Wahl im März nicht in den Gemeinderat geschafft.

© SZ vom 28.01.2021
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