Den zügigen Bau von Fahrradschnellwegen in alle Himmelsrichtungen, den forcierten Einsatz von Lastenrädern im innerstädtischen Lieferverkehr sowie eine stärkere Rechtsverbindlichkeit in der staatlichen Radverkehrspolitik - mit diesen Forderungen und Anregungen ist der ADFC-Kreisverband München ins neue Jahr gestartet. Vor allem letzteres Ziel will der Verein am 22. April mit einer Sternfahrt unterstreichen. Motto: "Ein Radgesetz für Bayern". Bei der Jahreshauptversammlung sprachen sich die Mitglieder aus Stadt und Landkreis ferner für "ein dichtes Netz an Fahrrad-Abstellanlagen" und die stärkere Kontrolle von Falschparkern auf Rad- und Fußwegen aus. "Auf Radwegen wird oft gern geparkt, das zwingt Radler auszuweichen und führt zu gefährlichen Situationen", hieß es dazu.
Bernadette Felsch vom ADFC-Bundesvorstand kritisierte bei der Versammlung die Unionsparteien und SPD. Sie hätten bei den Sondierungen "das Fahrrad schlicht vergessen" und Deutschland in Gefahr gebracht, "Stauland Nummer eins" zu werden. "Deutschland braucht die Verkehrswende und die Verkehrswende braucht das Fahrrad", sagte Felsch. Der ADFC-Kreisvorsitzende Martin Glas konstatierte: "Es gibt Städte, die sind in der Radverkehrspolitik ganz anders durchgestartet als München." Florian Paul, Münchens Radverkehrsbeauftragter, sieht gleichfalls "großen Handlungsdruck" zugunsten des Radverkehrs, nicht zuletzt um einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Allerdings gebe es in der Stadt eine "starke Flächenkonkurrenz". Diese erschwere mitunter die Umsetzung sinnvoller Konzepte. Auch bei der Planung neuer Radschnellwege für München und sein Umland sei mit erheblichen Widerständen zu rechnen.