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Unterschleißheim:Weg über die Gräber

Friedhof Unterschleißheim

Der an einer Stelle verengte Hauptweg auf dem Lohhofer Friedhof wird neu gestaltet. Visualisierung: Stadt Unterschleissheim

Weil die Hauptverbindung auf dem Friedhof in Lohhof immer breiter geworden ist, hat die Stadt nun eingegriffen

Von Bernhard Lohr, Unterschleißheim

Auf den städtischen Friedhöfen in Unterschleißheim hat sich einiges verändert, was ganz unterschiedlich aufgenommen worden ist. Auf Unverständnis stößt, dass der Hauptverbindungsweg des Friedhofs in Lohhof verschmälert wurde und man sich dort nicht mehr so gut fortbewegen kann. Ebenso stört einige das spärliche Grün am Urnengräberfeld. Von einer "Steinwüste" ist die Rede. Dafür kommt gut an, dass es seit einem Jahr keine Festlegung mehr gibt, welchen Bestatter man auf dem Friedhof in Lohhof sowie dem Waldfriedhof zu nehmen hat. Bürgermeister Christoph Böck (SPD) sprach jüngst im Hauptausschuss des Stadtrats von überwiegend positiven Erfahrungen nach einem Jahr.

Die Veränderungen an den Friedhöfen haben in Unterschleißheim so viele Menschen beschäftigt, dass Böck es für geboten hielt, im Namen der Verwaltung alles ausführlich zu erläutern. So hat der jetzt schmäler angelegte Hauptweg in Lohhof mit der Entwicklung des Friedhofs zu tun. Der Weg war ursprünglich gar nicht als zentrale Verbindung gedacht, wurde dann aber im Zuge der Erweiterungen immer stärker genutzt und breiter, was dazu führte, dass er schließlich in Gräberfelder hineinreichte. Das wurde immer dann deutlich, wenn ein Grab neu aufgemacht wurde und das geöffnete Grab in den Weg hineinreichte. Außerdem machten Grabsenkungen in dem Bereich den Weg zu einer Stolperfalle. "Den Friedhofsgärtnern bereitete dieser Umstand wiederkehrend Sorgen." Schließlich wurde der Weg verschmälert. Um die Akzeptanz zu erhöhen, soll er demnächst mit abgerundeten Übergängen und einer neuen Seiteneinfassung gestaltet werden.

Auch beim Urnengrabfeld soll nachgebessert und mit einer Hecke und Rasen mehr Grün geschaffen werden. Dass sich dort manche in einer Steinwüste wähnen führt die Friedhofsverwaltung auf das ursprüngliche Gestaltungskonzept zurück, das an die an dieser Stelle einst stehende Aussegnungshalleerinnern sollte. Die Säulenbuchen in der Mitte sollen das frühere Gebäude symbolisieren. Auch ließen sich die Kiesflächen leichter betreten, heißt es. Dennoch soll nachjustiert werden, weil viele die aktuelle Situation auch als "nicht umweltfreundlich" beurteilen.

Breite Zustimmung findet hingegen laut Bürgermeister Böck, dass die Stadt die Wahl des Bestatters freigegeben hat, nachdem der bis dahin tätige Partner gekündigt hatte und eine Ausschreibung kein zufriedenstellendes Ergebnis brachte. Angehörigen wählten heute eine Firma ihres Vertrauens, sagte Böck. Es gebe auch keine Missverständnisse mehr wie früher, als Angehörige manchmal verwundert darauf reagierten, wenn ein zweiter Bestatter zu dem von ihnen engagierten aufgetreten sei. Überlegungen, mit anderen Kommunen eine Ausschreibung für einen Vertragsbestatter zu starten, hat man fallen gelassen. Dabei würden viele Absprachen notwendig. Ein Bestatter müsste in der Lage sein, Termine auf mehreren Friedhöfen zu bewältigen.

© SZ vom 04.05.2021
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