Ein Kind wird erwartet. Die Vorfreude ist groß. Doch nach der Geburt stürzt Stephanie Bölkow in tiefe Verzweiflung. Ihre Tochter Johanna ist tot. Und sie wird mit der brutalen Routine eines Klinikbetriebs konfrontiert. „Mir hat ein Arzt einfach einen Zettel hingelegt. Ja oder Nein.“ Das sei die Wahl gewesen. Ob sie eine Sammelbestattung akzeptiere, mit anderen tot geborenen oder kurz nach der Geburt verstorbenen Kindern, oder eben nicht. Im Dezember 2017 fand ihre Tochter Johanna in einem Sammelgrab am Westfriedhof in München die letzte Ruhe. Das geliebte Kind, an einem fernen, anonymen Ort. „Ich hätte so gerne gehabt, dass sie hier liegt.“
UnterschleißheimWo Eltern um ihr Kind trauern können
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Stephanie Bölkow und Annika Schönhofer haben erlebt, wie lieblos die Gesellschaft damit umgeht, wenn ein Kind vor oder kurz nach der Geburt stirbt. Ihr Verein „Erbse und Johanna“ bietet Betroffenen Trost und Hilfe – und kämpft um wohnortnahe Bestattungen.
Von Bernhard Lohr, Unterschleißheim
