Schwarz-rot ist nicht nur in Berlin eine Option. Die SPD und die CSU haben nach der Kommunalwahl in Unterschleißheim zusammengefunden und wollen gemeinsam die Stadt durch schwierige Zeiten führen. Deutlich wurde das nun bei der Wahl der Stellvertreter von Bürgermeister Christoph Böck (SPD). Wie vorab vereinbart, wählte die weiterhin bestehende große Koalition in der Stadt den CSU‑Vorsitzenden Stefan Krimmer zum Zweiten Bürgermeister und die SPD‑Stadträtin Birte Bode zur Dritten. Krimmer setzte sich gegen den Gegenkandidaten Bernhard Schüßler von den Grünen mit 21:6 Stimmen durch.
Damit stehen zwei prägende Figuren in der größten Stadt des Landkreises nun Seite an Seite: Böck und Krimmer waren einst harte Konkurrenten, wie im Wahlkampf 2020, als Krimmer in der Stichwahl knapp verlor und bei Stimmengleichheit bei der Wahl zum Zweiten Bürgermeister gegen Tino Schlagintweit von den Grünen im Losentscheid den Kürzeren zog. Zur bitteren Niederlage kam also auch noch Pech. „Das kann man sagen“, sagt Krimmer im Rückblick. Doch sein Verhältnis zu Böck habe sich entspannt und es sei von gegenseitigem Respekt getragen. „Man wächst natürlich mit der Zeit zusammen.“ Die CSU und die SPD hätten gemeinsam das Stadtmitte-Projekt vorangebracht. In etlichen Verhandlungsrunden mit dem Investor habe eine gemeinsame Basis geholfen.
Ziel ist es, Unterschleißheim insgesamt voranzubringen. Wie SPD und CSU in einer Mitteilung betonen, wolle man gemeinsam „Verantwortung für die Stadtgemeinschaft“ übernehmen. Ein Anliegen sei „die Stärkung der Demokratie“, die „von Ausgleich, Zuhören, Respekt und Verständnis füreinander“ lebe. Zugleich soll die Wirtschaft mehr in den Focus rücken, Unternehmen sollten gestärkt werden, um Arbeitsplätze zu sichern oder zu schaffen. Ziel ist es, Einnahmen zu sichern und damit die Handlungsfähigkeit der Stadt sowie eine soziale und nachhaltige Politik zu gewährleisten, schreiben SPD‑Fraktionschef Thomas Breitenstein und Martin Nieroda von der CSU.
Stefan Krimmer ist beruflich als Berater für digitale Kommunikation tätig und sagt, er blicke mit einem „guten Maß an Optimismus“ in die Zukunft. Ganz neu ist für ihn die Rolle als Böcks Stellvertreter nicht. Er war 2014 bis 2020 Zweiter Bürgermeister. Birte Bode hingegen ist promovierte Chemikerin und gehört seit 2020 dem Stadtrat an.

