Unterschleißheim Raiffeisenbank behauptet sich

Genossen bekommen vier Prozent Rendite im Jubiläumsjahr

Von Klaus Bachhuber, Unterschleißheim

Jubiläum folgt bei der Raiffeisenbank München-Nord auf Jubiläum. Nach dem allgemeinen Jubeljahr der Genossenschaftsbanken zum 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen 2018 feiert die Bank heuer den 125. Geburtstag ihrer Keimzelle, der Spar- und Darlehenskasse Unterschleißheim. Aus diesen Anfängen 1894 hat sich durch Expansion und Fusionen eine Bank mit elf Geschäftsstellen in fünf Kommunen entwickelt, darunter auch die Landeshauptstadt München.

Schwierigere Zeiten als 2019 hat es in den 125 Jahren für die Bank definitiv gegeben - kuriosere in der landläufigen Wahrnehmung von Geldinstituten wohl eher nicht. Immer noch muss man gute Argumente mitbringen, um überhaupt größere Geldbeträge bei der Bank deponieren zu dürfen. Und seit Jahren ist es ein Qualitätsmerkmal der Raiffeisenbank München-Nord, dass sie ihren Sparern keine Strafzinsen auferlegt. "Die Marktbedingungen sind nicht leichter geworden", sagte der Vorstandsvorsitzende Peter Reischmann auch im Vorfeld der Vertreterversammlung 2019 vergangene Woche. Mit den dort vorgelegten Bilanzen zeigte sich die Bank aber sehr zufrieden: "Für die Marktverhältnisse gut" sei das Geschäftsjahr 2018 gewesen, urteilte Reischmann. Die Bilanzsumme wurde mit 782 Millionen Euro ausgewiesen, knapp 30 Millionen mehr als im Vorjahr, die Kundeneinlagen umfassen 635 Millionen Euro.

Das seien "immer noch gute oder ausreichende Ergebnisse", sagte Reischmann. 2017 hatte die Bank alle nicht betriebsnotwendigen Immobilien in eine neue Tochtergesellschaft ausgelagert. Damit sollte unter anderem das Eigenkapital der Bank erhöht werden, um rund zehn Millionen Euro. "Bis jetzt haben wir's nicht dringend gebraucht", sagte der Vorstandschef zwei Jahre später, gesehen werde es als Vorbeugemaßnahme für alle Fälle.

Weitere Reaktionen auf das Marktumfeld sieht die Bank angesichts ihrer Bilanzen nicht angezeigt. An Negativzinsen denke man nach wie vor nicht, versicherten Reischmann und Co-Vorstand Sebastian Dienelt, eine Fusion, derzeit allgegenwärtig in der Bankenlandschaft, sei nicht angestrebt und die Reduzierung von Personal- oder Filialstärke ebenfalls kein Thema. Im Gegenteil hat die Raiffeisenbank München-Nord 2018 ihre kleinste Geschäftsstelle im Fahrenzhausener Gemeindeteil Unterbruck renoviert und passgenau in der Woche der Vertreterversammlung war Baubeginn für eine neue Filiale in München-Lerchenau. Dort will die Bank ihre angemietete Geschäftsstelle in eine eigene Immobilie verlegen - auch so ein Puzzlesteinchen, um Ausgaben abzuspecken und die Wertigkeit zu erhöhen. Denn auch mittelfristig seien "die Aussichten nicht so, dass sich etwas aufhellen würde", befürchtet Reischmann.

Als Ausweis der regionalen Verwurzelung hat die Raiffeisenbank München-Nord an Schulen, Vereine sowie soziale und gemeinnützige Einrichtungen im Einzugsgebiet rund 163 000 Euro gespendet. An die Gemeinden im Geschäftsgebiet seien etwa 2,7 Millionen Euro an Gewerbesteuer abgeflossen. Zum Jubiläumsjahr wird es keine zentrale Feier geben, dafür aber an den einzelnen Standorten "regionale Aktionen", kündigte Dienelt an, der im Kleinen mitfeiern kann: Er ist seit 25 Jahren dabei.

Die Raiffeisenbank München-Nord hat rund 27 000 Kunden und 9200 Genossenschaftsmitglieder. Bei der Vertreterversammlung wurde eine Dividende von vier Prozent auf die Genossenschaftsanteile festgelegt. Turnusmäßig im Aufsichtsrat bestätigt wurden Martin Angermeir, Robert Augustin und Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Past.