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Unterschleißheim:Pächter gesucht

Stefanie Leimböck gibt den Alten Wirt nach 24 Jahren auf

Der Alte Wirt in Unterschleißheim soll einen neuen Wirt bekommen. Die langjährige Pächterin Stefanie Leimböck hat ihr Engagement gekündigt. Mitte des Jahres wird sie die derzeit coronabedingt geschlossene Gaststätte mit Saal und integriertem Hotel verlassen. Gerüchte am Ort, wonach die Gaststätte dann komplett aufgegeben werde, seien frei erfunden, versichert Wolfram Glas von der Eigentümerfamilie, eine Nachfolge für die Gaststätte werde seit Monaten gesucht.

Leimböck hatte wohl schon Mitte 2020 gekündigt. Die 56-Jährige, die von 2014 bis 2020 auch für die CSU im Stadtrat saß, hatte die Traditionsgaststätte 24 Jahre geführt, für ein Pachtverhältnis eine ungewöhnlich lange Zeit. "Der Alte Wirt ist mein Baby", betont sie. So werde sie auch ihren Vertrag bis Ende Juni "mit Herzblut" erfüllen, sofern das die Pandemie-Vorschriften wieder erlauben. Auch an einer geregelten Nachfolge sei ihr gelegen, sagt sie. Explizite Gründe für den Abschied nannte sie nicht, die Corona-Krise mit ihren fatalen Auswirkungen auf die Gastronomie sei lediglich "einer von mehreren Faktoren".

Der Alte Wirt ist in Unterschleißheim nicht nur ein gastronomischer Treffpunkt, sondern auch eine der wenigen Reminiszenzen der modernen Stadt an ihre bäuerliche Vergangenheit. Wie die Kirche Sankt Ulrich nebenan steht die Gaststätte unter Denkmalschutz. Die Familie Glas kann ihr Eigentum am Wirtshaus bis 1860 zurückverfolgen. Anfang der Neunzigerjahre wurde es nach Vorgaben des Denkmalschutzes grundlegend saniert, kurz danach übernahm Leimböck die Gaststätte.

© SZ vom 18.02.2021 / kbh
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