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Unterschleißheim:Corona belastet Stadtwerke

Ausfälle im Aquariush-Bad treiben das Defizit hoch

Von Bernhard Lohr, Unterschleißheim

Die Stadtwerke Unterschleißheim bekommen die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Statt des geplanten Defizitausgleichs von zwei Millionen Euro wird die Stadt heuer einige hunderttausend Euro zusätzlich übernehmen müssen. Kommendes Jahr wird mit 2,5 Millionen Euro gerechnet, nach etwa zwei Millionen Euro im Jahr 2019, als das Coronavirus noch kein Thema war. Die Bilanz der Stadtwerke belasten wegbrechende Einnahmen etwa beim Freizeitbad Aquariush.

Die Stadtwerke Unterschleißheim sind von ihrer Struktur her auf Defizit angelegt. Sie verkaufen weder Strom noch Gas und betreiben für die Stadt den Bauhof. Zusätzlich stecken sie regelmäßig hohe Summen in Sanierung und Ausbau der Sportanlagen. Genau da möchte Bürgermeister Christoph Böck (SPD) ansetzen, um sie zu entlasten. Der Werkausschuss des Stadtrats hat auf Böcks Empfehlung hin den Wirtschaftsplan 2021 der Stadtwerke mit einer Bilanzsumme jenseits der 60-Millionen-Euro-Marke gebilligt, allerdings geplante Investitionen in die Sportanlagen in Lohhof und Riedmoos bis zum Abschluss der Haushaltsberatungen der Stadt unter Vorbehalt gestellt.

In Lohhof geht es um einen Kunstrasenplatz und Planungen am Sporttreff für 250 000 Euro sowie erste Schritte zur Sanierung der Parkgaststätte für 100 000 Euro. In Riedmoos könnte ein neuer Trainingsplatz und eine Flutlichtanlage für 210 000 Euro geschoben werden. Der kaufmännische Geschäftsleiter der Stadtwerke, Andreas Mohr, berichtete, dass er 2021 wegen der Corona-Krise bei den Eintrittsgeldern fürs Aquariush einen Rückgang von 380 000 Euro eingepreist hat.

Von Sparbemühungen unberührt bleibt der Photovoltaik-Ausbau. Zu den bestehenden Anlagen der Stadtwerke etwa auf den Dächern der Feuerwehr Unterschleißheim und des Carl-Orff-Gymnasiums kam voriges Jahr die 3500 Quadratmeter große Freiflächenanlage am Sportplatz in Riedmoos, die man von einer Firma übernahm. Werkleiter Reinhard Reiter sieht noch großes Potenzial für Solarnutzung. Kommendes Jahr hat man Dächer auf der Ganghoferschule und auf dem Rathausanbau im Blick. Ein Gebäudedach auf dem Stadtwerkeareal soll mit Modulen bestückt werden, und der Neubau der BRK-Wache. Zudem soll die Michael-Ende-Schule eine Solaranlage erhalten.

© SZ vom 27.11.2020
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