UnterschleißheimGepanzerte Blitzer sollen Auto-Poser vertreiben

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Blitzer der kommunalen Verkehrsüberwachung sollen nachts in Unterschleißheim zum Einsatz kommen, um Raser zu stoppen.
Blitzer der kommunalen Verkehrsüberwachung sollen nachts in Unterschleißheim zum Einsatz kommen, um Raser zu stoppen. Peter Hinz-Rosin

Unterschleißheim will künftig auch nachts an neuralgischen Punkten Radarfallen aufstellen. Das soll Raser einbremsen und aufgemotzte Fahrzeuge möglichst ganz aus der Stadt heraushalten. Nur die CSU spricht von einer Gängelung der Bürger.

Von Sabine Wejsada, Unterschleißheim

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Jetzt wird auch nachts geblitzt: Um Raser einzubremsen und Auto-Poser zu vertreiben, werden in Unterschleißheim künftig mobile Radarfallen eingesetzt. Die Stadt ist seit 2020 Mitglied im Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung und möchte sich die Geräte dort mindestens dreimal pro Monat ausleihen. Das teilte Bürgermeister Christoph Böck (SPD) nun dem Stadtrat mit - und zog damit erneut die Kritik der CSU-Fraktion auf sich.

Diese lehnt die Zusammenarbeit mit dem Zweckverband generell ab, weil sie diese „für eine nicht notwendige Gängelung der Bürger“ hält, wie Stadtrat Friedrich Kiener sagte. Die Erfolgsaussichten der Pläne, nun auch noch in der Nacht Radarfallen aufzustellen, zweifeln die Christsozialen ebenfalls an. „Wir wollen damit jemanden erziehen, der sich nicht erziehen lässt, die haben doch alle Warngeräte.“

Nach den Worten von Bürgermeister Böck häufen sich im Rathaus die Beschwerden, dass vor allem in den Nachtstunden an einigen Stellen in Stadt viel zu schnell gefahren wird. Betroffen seien besonders der Münchner Ring und die Südliche Ingolstädter Straße, so Böck. Durch den Einsatz der Blitzer wolle man nun versuchen, die Temposünder zu überführen und ihnen den Führerschein zu entziehen.

Peter Rein von der SPD begrüßte die Pläne. Den nächtlichen Rasern müsse das Handwerk gelegt werden, ebenso den sogenannten Auto-Posern, die sich regelmäßig mit ihren getunten Wagen an der Allguth-Tankstelle an der Dieselstraße verabredeten. Doch auch tagsüber habe er beobachtet, dass in sensiblen Bereichen Autofahrer vielfach die Geschwindigkeitsbeschränkungen missachteten, etwa auf der Raiffeisenstraße beim Sehbehinderten- und Blindenzentrum (SBZ) sowie rund um die Michael-Ende-Schule.

Der Blitzer, der zum Einsatz kommt, ist in einem gepanzerten, feuerfesten und manipulationsgeschützten Kfz-Anhänger untergebracht. Das Lasermesssystem unterscheidet zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen (Autos, Lastwagen, Motorräder) und kann unterschiedliche Geschwindigkeitslimits je nach Fahrzeugtyp und Fahrstreifen überwachen, wie es aus der Stadtverwaltung heißt. Zudem könnten für bestimmte Zeiträume an einem Tag abweichende Geschwindigkeitsgrenzen eingestellt werden.

Eine sogenannte Sperrzeit ermögliche es, dass das System in bestimmten Zeiten lediglich statistische Daten speichert, ohne Geschwindigkeitsüberschreitungen zu dokumentieren. Die Dauer und die Position der Blitzer-Anhänger werden von der Stadtverwaltung festgelegt und können flexibel angepasst werden. Die genauen Standorte für die Radarfallen sollen in Zusammenarbeit mit der kommunalen Verkehrsüberwachung in den kommenden Wochen festgelegt werden.

„Das ist kein Geschäft, bei dem man Geld verdient“

Martin Bengler von der Rathausverwaltung berichtete im Stadtrat, dass andere Städte wie Freising mit dem Einsatz der Geräte „sehr, sehr großen Erfolg“ erzielt hätten. An den neuralgischen Punkten in der Domstadt sei ein Rückgang der Tempoüberschreitungen feststellbar, das hätten Recherchen gezeigt.

Die Kosten für das Aufstellen der Geräte liegen bei 30 000 Euro, würden aber durch die Bußgelder gedeckt, sagte Bengler, betonte aber: „Das ist kein Geschäft, bei dem man Geld verdient“, es diene vielmehr der Verkehrserziehung. Nach vier Monaten oder einem halben Jahr soll im Verkehrsausschuss eine erste Bilanz gezogen werden, wie Bürgermeister Böck ankündigte. Der Stadtrat musste dem Vorhaben nicht zustimmen, weil es sich laut Böck um eine „an die Verwaltung delegierte Aufgabe“ handelt.

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