Hier ein Amberbaum, dort ein Europäischer Zürgelbaum. Die Stadt Unterschleißheim hat nicht gerade aufgeforstet. Aber sie hat in diesem Frühjahr im Stadtgebiet an etlichen Stellen Bäume gepflanzt. Wobei mancher bei genauerem Hinsehen stutzen wird, denn die ausgewählten Arten sind im süddeutschen Raum bisher weitgehend unbekannt. Es sind klimaresistente Bäume, die mit großer Trockenheit und Wärme gut zurechtkommen und auch noch den Frost im Winter aushalten.
Der Amberbaum kommt aus den USA und wird wegen seiner Blattform auch Seesternbaum genannt. Hitze und Trockenheit machen ihm nicht zu schaffen. Der Europäische Zürgelbaum kommt aus Südeuropa. Er wird etwa acht Meter hoch, seine Blätter sind am Rand leicht gezahnt und leuchten im Herbst goldgelb. Ein Amberbaum und ein Zürgelbaum wurden unter anderem an der Alten Hauptstraße als Jungbäume gesetzt, ein Amberbaum auch im Valentinspark und ein Zürgelbaum an der Gerhart-Hauptmann-Straße.
Seit Jahren schon ist es Thema im Rathaus, dass in der Stadt an vielen Orten Bäume gefällt werden, aber die Nachpflanzungen auch auf sich warten lassen. Auf eine Anfrage der Grünen legte die Verwaltung 2021 im Stadtrat dar, dass zwischen 2016 und 2021 insgesamt 488 Bäume weichen mussten. Etwa sechs Prozent des Gesamtbestands von 8275 Bäumen habe das betroffen. Beim überwiegenden Teil habe es sich um Bäume gehandelt, die alt, krank und schwach gewesen seien und deren Standsicherheit nicht mehr ausreichend gegeben gewesen sei. Aber es seien auch Bäume umgesägt worden, um Baumaßnahmen zu ermöglichen oder auch Flächen umzugestalten.
Zum Politikum wurde das damals, weil das Rathaus einräumte, dass für die 488 entfernten Bäume bis dato erst 59 Ersatzpflanzungen erfolgt seien. Für 114 Bäume war das freilich nicht erforderlich, weil sie die dafür notwendige Größe nicht hatten. Abgesehen davon begründete das Rathaus den dennoch großen Verzug damit, dass oft schlicht der Platz für Baumpflanzungen fehle. Mittlerweile versuche man zudem, Fehler der Vergangenheit zu vermeiden und auch Standorte zu wählen, die auch einen vernünftigen Aufwuchs bis zur vollen Größe der Bäume garantiere.
Nun hat man schon mal für 77 Jungbäume im Stadtgebiet Platz gefunden. Das Ziel der Planung sei, lückenhaftes, verkehrsbegleitendes Grün durch Neupflanzungen aufzufüllen, erklärt die Stadtverwaltung. So wolle man für durch städtische Baumaßnahmen entnommene Bäume Ersatz schaffen. Betagte Bestände in Grünanlagen würden verjüngt werden und der Bewuchs vielfältiger. Auf diese Weise soll das Ortsbild erhalten und die Qualität erhöht werden. Bei der Auswahl der Baumarten wurde laut Rathaus berücksichtigt, dass sich die klimatischen Veränderungen voraussichtlich noch verschärfen. Man habe auf die Wuchsform, den Raumbedarf des Baums und auch darauf geachtet, dass er den Bedingungen am Straßenrand standhält.
Außer dem Amberbaum und dem Europäischen Zürgelbaum wählten die Gärtner den Rotblättrigen Spitz-Ahorn, den Französischen Ahorn, die Silber-Linde, den Schnurbaum, die Baumhasel und den Eisenholzbaum aus. Unter anderem stehen die jungen Bäume jetzt an der Johann-Schmid-Straße, an der Nelkenstraße, an der Haimhauser Straße und am Waldfriedhof. Auch im Lohwald waren die Gärtner aktiv.

