Porträt:Reale Illusionen

Porträt: Alfons Kiefer zwischen zwei seiner Bilder: links ein Porträt des Musikers Willy DeVille, rechts seine beiden Söhne und die Töchter eines Freundes.

Alfons Kiefer zwischen zwei seiner Bilder: links ein Porträt des Musikers Willy DeVille, rechts seine beiden Söhne und die Töchter eines Freundes.

(Foto: Florian Peljak)

Der Künstler Alfons Kiefer malt Bilder, die aussehen wie Fotos. In seinem Atelier auf einem alten Bauernhof in Unterschleißheim entstanden einst drei CD-Cover für die Beatles. Andere Meilensteine seiner Karriere bedeuten dem 70-Jährigen jedoch noch mehr. Ein Besuch.

Von Luisa Wick, Unterschleißheim

Alfons Kiefer erschafft mit Pinsel und Farbe Illusionen. Er malt, als hätte er fotografiert. Er braucht Wochen für das, was eine Kamera in wenige Sekunden tut, doch am Ende hat er etwas gefertigt, das die Kamera nicht kann. Er zeigt Situationen, die es so nie geben wird, die aber doch irgendwie real sind. Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier quetschen sich vor der Bundestagswahl 2009 auf den imaginären Kanzler-Thron. Auf anderen Werken symbolisiert der 70-Jährige Macht durch verschobene Größenverhältnisse, indem eine Faust einen zusammengekauerten Mann erdrückt oder ein Leopard Menschen bei Weitem überragt. Die Realität durch Surreales erschüttern, Kunst als Metapher. Das ist, was Kiefer am Fotorealismus begeistert.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusSZ-Serie "Freiräume"
:"Es gibt große Angst vor der Unkontrolliertheit"

Wo findet Kunst abseits der Bühnen statt? Sebastian Bürck, Kulturschaffender aus dem Würmtal, über Freiheit für Subkultur, Ruhe für Kreativität und die schwierige Suche nach Ateliers und Probenräumen am Münchner Stadtrand.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: