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Autobahnausbau:Platz für Pendler und Radler

Ferienverkehr auf der Autobahn

Die A 92 wird bei Unterschleißheim von vier auf sechs Spuren erweitert.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Unterschleißheim zahlt für breitere Brücken und einen Parkplatz an der A 92. Höhere Lärmschutzwände hält die Stadt dagegen nicht für sinnvoll.

Beim anstehenden Ausbau der A 92 leistet sich Unterschleißheim einige Sonderwünsche. So übernimmt die Stadt den Unterhalt eines Pendlerparkplatzes, den die Autobahndirektion nördlich der neuen Anschlussstelle anlegen wird. Und die Brücken der Birkhahnstraße und des Furtwegs über die Autobahn erhalten breitere Geh- und Radwege, als es der Norm entspräche. Die vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen will das Rathaus hingegen nicht aufstocken.

Hier hatte es bei der Diskussion der Planunterlagen Bedenken gegeben, weil an zwei Stellen die Höhe der Lärmschutzwälle vermindert wird. So ist der von der Autobahndirektion vorgesehene Lärmschutzwall von Westen her bis zur Brücke im Furtweg neun Meter hoch, danach bis zum "Kaufland" nur noch sechs und sieben Meter. Ebenso wird ein zuvor vier Meter hoher Wall im Bereich des Hirschdamms in Riedmoos auf zwei Meter abgesenkt. Ein Lärmschutzgutachten habe nun aber die Annahmen der Autobahndirektion bestätigt, hieß es aus dem Stadtbauamt. Alle relevanten Grenzwerte könnten mit den niedrigeren Lärmschutzvorkehrungen eingehalten werden.

Höhere Lärmschutzwände wären teuer und brächten wenig

Eine Korrektur auf eigene Kosten würde die Stadt nach eigenen Angaben mehr als drei Millionen Euro kosten, und ein Effekt wäre rechnerisch nicht spürbar. Östlich des Furtwegs könnte mit der technisch machbaren Aufstockung eine Reduzierung um 1,5 Dezibel (A) erreicht werden, am Hirschdamm um etwa ein Dezibel (A), erläuterte die Stadtverwaltung; es sei aber "bei einer Reduzierung der Verkehrsgeräuschbelastung von weniger als drei Dezibel (A) nicht davon auszugehen, dass dies von Anwohnern wahrgenommen werden kann."

Die Brücken über die Autobahn werden bei der Erweiterung auf sechs Spuren abgebaut und neu errichtet. Die Baubehörde plant den Neubau streng nach Norm, also mit 2,50 Meter breitem Geh- und Radweg. Die Stadt hat diese Planung als "zu schmal" kritisiert, da "in den Sommermonaten erheblicher Erholungsverkehr, vor allem mit dem Fahrrad, auf den Brückenbauten stattfindet".

Die Brücken werden jetzt breiter - aber die Stadt muss dafür zahlen. Mit einer Investition von gut einer Million Euro werden die Geh- und Radwege auf vier Meter verbreitert. Der Bauausschuss des Stadtrats genehmigte die Ausgabe mit elf zu zwei Stimmen. Einstimmig wurde zugesagt, die Unterhaltskosten für den neuen Pendlerparkplatz von rund 20 000 Euro jährlich zu tragen. Nördlich der Autobahn wird die Bundesstraße 13 nach Osten verschwenkt. Das alte Straßenstück wird zum Parkplatz mit 92 Stellplätzen umgebaut. Hier sollen sich Fahrgemeinschaften treffen und die überzähligen Autos abgestellt werden können.