Süddeutsche Zeitung

Unterhachings Städtepartnerschaften:Die Internationale

An diesem Sonntag feiert die Gemeinde Unterhaching das 40-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Bischofshofen sowie 30 Jahre mit Witney. Mittendrin: Quasi-Außenminister Thomas Jaeger.

Wenn Unterhaching einen Außenminister hätte, er würde wohl Thomas Jaeger heißen. Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) sieht den langjährigen Vorsitzenden des Städte-Partnerschaftskreises tatsächlich als seinen Vertreter für auswärtige Angelegenheiten.

Schließlich war Jaeger auch lange Dritter Bürgermeister sowie FDP-Gemeinderat. Und er ist derjenige in der Kommune, der mit allen Partnergemeinden - und das sind immerhin fünf - einen engen Kontakt pflegt. Wenn man in Frankreich, in Polen, England, Österreich oder auch auf Teneriffa einen Unterhachinger kennt, dann wohl ihn.

Jaeger ist nicht nur qua Amt der Mann für Europa in Unterhaching, er ist auch derjenige, der mit Leidenschaft den internationalen Partnerschaftsgedanken lebt. Man spürt seine Begeisterung für diese Idee des internationalen Miteinanders und der Freundschaften über Grenzen hinweg. Am Wochenende steht für ihn und seine Mitstreiter im Verein wieder ein besonderes Ereignis bevor: Gleichzeitig feiert Unterhaching an diesem Sonntag, 7. Juli, das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft mit der Gemeinde Bischofshofen in Österreich und das 30-jährige mit der englischen Stadt Witney.

Von 10.30 Uhr an läuft ein Festakt im Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz). Jaeger hofft auf gutes Wetter, dann kann im Hof des Kubiz gefeiert werden. Anschließend wird sich ein großer Festzug mit Vertretern der Partnergemeinden und Unterhachinger Vereinen in Bewegung setzen und von der Schulstraße über die Rathausstraße bis zum Unterhachinger Bürgerfest auf dem Festgelände im Ortspark ziehen.

Die Witney-Town-Band spielt auf

"Das wird viel größer als wir uns das erwartet haben", sagt Jaeger, "das ist dieses mal ein Rekord", stellt er begeistert fest. Zumal auch aus Unterhaching neben Bürgermeister und Gemeinderat 150 Teilnehmer aus verschiedenen Vereinen zugesagt haben. Die Trachtler werden zum Beispiel dabei sein, die Fortuna und der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr, zählt Jaeger nur einige Teilnehmer auf. Aus Bischofshofen werden am Sonntag ganz in der Früh sechs Busse mit Gästen anreisen, darunter die Bauernschützen und zwei Kapellen. Auch die Freunde aus Witney werden mit etwa dreißig Leute erwartet. Ihr musikalischer Beitrag kommt von der Witney-Town-Band, die auch beim Bürgerfest auftritt. Dazu kommen eine Delegation aus der französischen Partnergemeinde Le Vésinet und einige Gäste aus der polnischen Partnerstadt Zywiec. Ob sich auch noch Gäste aus Teneriffa, wo Unterhaching ebenfalls seit 30 Jahren mit Adeje verbandelt ist, dazu gesellen, konnte Jaeger wenige Tage vor dem Fest noch nicht sagen. "Wir haben noch keine Rückmeldung, aber manchmal kommen sie dann plötzlich doch", sagt er.

Eigentlich hätten die Unterhachinger heuer daher sogar insgesamt 100 Jahre Partnerschaft feiern können, addiert man die gemeinsamen Jahre mit Bischofshofen, Witney und Adeje zusammen. Doch hat man die Feierlichkeiten mit den Spaniern auf kommendes Jahr verschoben, wenn die Unterhachinger Feuerwehr ihr 150-jähriges Bestehen feiert. "Zwischen den Feuerwehren gibt es eine ganz besonders enge Verbindung, daher wollen wir dann gemeinsam feiern", sagt Jaeger.

5 Partner

hat die Gemeinde Unterhaching in Europa. Am längsten ist sie mit dem französischen Le Vésinet verbandelt. Der Städtepartnerschaftsvertrag wurde bereits 1978 unterzeichnet. Schon ein Jahr später folgte Bischofshofen in Österreich. 1989 wurde die Freundschaft mit dem englischen Witney und mit Adeje auf Teneriffa besiegelt. 1995 kam Zywiec in Polen dazu.

Dass die Gäste aus Witney den Unterhachingern erneut ein so großes Gastgeschenk wie beim zehnjährigen Jubiläum machen, ist eher unwahrscheinlich. Vor zwanzig Jahren hatten sie eine original englische, rote Telefonzelle nach Bayern geschickt, die noch immer vor dem Unterhachinger Rathaus steht. Inzwischen habe man sich aber mit allen Partnerstädten darüber verständig, bei gegenseitigen Besuchen von Geschenken abzusehen, sagt Jaeger. Eine Ausnahme wird jedoch in diesem Jahr mit Bischofshofen gemacht. Dort war der von Unterhachingern gepflanzte Baum bei Bauarbeiten eingegangen.

Im Oktober, wenn das Jubiläum noch einmal in Österreich gefeiert wird, soll daher ein neuer Baum gepflanzt werden. Im Gegenzug spendiert Bischofshofen einen zusätzlichen Baum für den Friedensplatz in Unterhaching, der gerade umgebaut wird. Wichtig ist Jaeger aber vor allem das gemeinsame Feiern. Und dazu gehört auch das gemeinsame Musizieren. Ein Lied spielen am Sonntag auf jeden Fall alle Musiker aus den Partnergemeinden zusammen: Die Europahymne.

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SZ vom 06.07.2019/belo
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