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Unterhaching:Wer zahlt, spart sich den Ärger

Gemeinde baut auf eigene Kosten Wilmannstraße teuer aus

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Wenn es um die Sanierung von Straßen in der Bayersiedlung geht, ist der Gemeinderat Unterhaching vorsichtig mit Entscheidungen geworden. Zu sehr ist einigen noch im Gedächtnis, welchen Ärger mit den Anwohnern ihnen damals die Herrichtung der Andresenstraße eingebracht hatte. Jetzt steht die Erneuerung der benachbarte Wilmannstraße an. Allerdings unter ganz anderen Vorzeichen. Denn die damals sehr umstrittene Straßenausbaubeitragssatzung, auf deren Grundlage die Anwohner den Großteil der Kosten übernehmen mussten, ist mittlerweile abgeschafft.

Die Sanierung der Wilmannstraße ist längst überfällig. Wie die gesamte Siedlung stammt sie aus den Fünfzigerjahren und zählt laut Verwaltung zu den "am dringlichsten" zu erneuernden Straßen der Gemeinde. Solange allerdings nicht klar war, ob die Staatsregierung die Satzung kippt, waren die Planungen auf Eis gelegt. Von ursprünglich drei Varianten standen im Bau- und im Finanzausschuss noch zwei zur Abstimmung, mit einem Kostenunterschied von 50 000 Euro. In beiden Ausschüssen entschied sich die Mehrheit für die teurere Variante. Für 680 000 Euro soll eine verkehrsberuhigte Straße mit abgesenkten Schrammborden auf beiden Seiten entstehen. Bei dem etwas günstigeren, ebenfalls verkehrsberuhigten Ausbau, wäre eine Rinne mittig in der Straße zur Entwässerung eingebaut worden. Laut Verwaltung wäre diese Variante allerdings anfälliger für Rissbildungen. Kommende Woche muss der Gemeinderat noch zustimmen.

Bereits im Frühjahr will die Gemeinde mit den Arbeiten beginnen. Die Grünen hätten aber gerne vor der Entscheidung über die Variante die Anwohner nach ihrer Meinung befragt. Stefan König bekam für seinen Antrag einer "Bürgerbeteiligung" allerdings keine Mehrheit im Gremium. Franz Felzmann (CSU) fand es zwar auch "wichtig, den Bürgern, die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern", Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) fragte hingegen: "Was sollen die sich äußern?" Die Straße sei so schmal, dass nur eine verkehrsberuhigte Variante in Frage komme, die maximale Zahl an Parkplätzen sei vorgesehen, hatte Bauamtsleiter Stefan Lauszat erläutert.

"Die Anwohner müssen nicht zahlen, da obliegt es dem Gemeinderat, was wir machen", stellte der Bürgermeister klar. Die Anwohner würden schriftlich über die Entscheidung informiert, bevor die Bagger anrollten.

© SZ vom 23.01.2021
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