Das Landratsamt München will im Business Center Unterhaching eine Unterkunft für Geflüchtete einrichten. Der Bauausschuss des Gemeinderats steht dem Ansinnen grundsätzlich positiv gegenüber, hat die Zustimmung jedoch mit Forderungen verknüpft. So verlangt das Gremium, dass die Unterkunft nach dem Vorbild des im vergangenen Jahr bezogenen Flüchtlingsheims an der Hachinger Haid gestaltet wird. Sprich: Es sollen dort auch größere Zimmer für Familien, ausreichend Sanitäranlagen und vor allem Aufenthaltsräume für die Bewohnerinnen und Bewohner vorgehalten werden. All dies fehlt laut mehreren Ausschussmitgliedern bisher in den Plänen des Landratsamts.
Das Business Center Unterhaching liegt an der Ottobrunner Straße, der Westflügel wird nach Angaben des Rathauses als Handwerkerpension genutzt. Zudem bringe die Gemeinde dort vereinzelt Obdachlose vorübergehend unter. Nun will das Landratsamt laut Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) in dem Gebäudetrakt Geflüchtete unterbringen. Angedacht ist eine Belegung mit 121 Personen; die Räumlichkeiten müssten dafür nur geringfügig umgebaut werden. Vorgesehen sei eine befristete Anmietung im Juni für zunächst drei Jahre. „Die Belegung der Unterkunft ist für keinen bestimmten Personenkreis beabsichtigt“, hieß es in der Sitzungsvorlage des Bauausschusses, „sondern davon abhängig, welchen Personenkreis das Landratsamt zum entsprechenden Belegungszeitraum von der Regierung Oberbayern zugewiesen bekommt“.
Nach Angaben von Bauamtsleiter Stefan Lauszat sollen ins Business Center Unterhaching zunächst einmal Geflüchtete aus der Unterkunft an der Biberger Straße umziehen, da diese teilweise rückgebaut wird. An der Gesamtzahl der Asylbewerber in Unterhaching werde sich daher in den nächsten ein, zwei Jahren nichts ändern. Rein baurechtlich spreche nichts gegen das Vorhaben, sagte Bürgermeister Panzer. „Und wenn man ehrlich ist, dann braucht das Landratsamt unser Einvernehmen auch nicht.“
Laut dem Rathauschef handelt es sich beim Westflügel des Gebäudekomplexes zumindest um einen festen Bau und nicht um Container. Deutlich kritischere Worte fand Sebastian Ruppert (FW): „Gerade für Familien ist das ein bisschen schmuddelig“, sagte er. „Außerdem hat man nichts außen rum. Wo sollen sich diese Leute aufhalten?“ Ruppert sprach sich dafür aus, eine Entscheidung zu vertagen und einen Vertreter des Landratsamts zur nächsten Sitzung einzuladen. Eine Mehrheit im Bauausschuss lehnte dies jedoch ab und erteilte dem Vorhaben die Zustimmung, wenn der Standard des Hauses an der Hachinger Haid übernommen wird. „Die Struktur der neuen Unterkunft an der Hachinger Haid hat sich bewährt“, begründete Stefan König (Grüne) die Forderung des Gremiums. „Daher sollten wir das bei der neuen Unterkunft übernehmen.“

