Die Gemeinde Unterhaching verschafft der Spielvereinigung doch noch mal etwas Luft, um das Geld für den Stadionkauf zusammenzubekommen. Ende November war der bereits eingefädelte Deal geplatzt, da die Haching Sportpark GmbH, eine Tochter des Fußballdrittligisten, den Notartermin verstreichen ließ. 7,56 Millionen Euro netto will die Gemeinde für das 42 000 Quadratmeter große Areal mit Stadion, Nebenplätzen, Geschäftsstelle und Gaststätte haben. Jetzt hat der Gemeinderat in seiner letzten nicht öffentlichen Sitzung vor der Weihnachtspause den Pachtvertrag noch einmal verlängert. Allerdings nur bis Ende 2026.
Wie die Gemeinde mitteilt, hat der Gemeinderat seine Zustimmung gegeben, mit „allen beteiligten Nutzern“ des Stadions neue Vereinbarungen abzuschließen, „um einen rechtssicheren Spielbetrieb für die laufende Saison sicherzustellen“. Der bisherige Vertrag läuft zum 31. Dezember aus. Zu den Nutzern des Stadions gehören neben den Fußballern auch die Munich Ravens, die in der European League of Football spielen.
Neu in der nun zu unterschreibenden Vereinbarung ist die Genehmigung für die zusätzliche Nutzung des Stadions für den Spiel- und Übungsbetrieb verschiedener Fußballmannschaften des FC Bayern. Darunter versteht die Gemeinde sowohl Jugendmannschaften, Amateure, Frauen und Freundschaftsspiele der Profimannschaft. Weil dies allerdings zu einer zusätzlichen Abnutzung der Stadionflächen führe, werde der Pachtzins „angepasst“. Auch die Summe für die Aufwendungen, die die Gemeinde durch den geplatzten Kaufvertrag hatte, soll obendrauf geschlagen werden. Wie bisher auch ist die Nutzung der Nebenplätze nicht Bestandteil des Pachtvertrags. Nach SZ-Informationen soll sich der Pachtzins mehr als vervierfacht haben und jetzt über 25 000 Euro im Monat liegen.
Zusätzlich erhöht die Gemeinde den Druck auf die Sportpark GmbH, endlich den seit Jahren angekündigten Kauf noch im Jahr 2025 zu realisieren, indem sie ihr Erstzugriffsrecht auf sechs Monate befristet. Der Vizepräsident der Spielvereinigung, Peter Wagstyl, sagt: „Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck an der Realisierung des Kaufs sind und guter Dinge, dass der Deal in den avisierten sechs Monaten über die Bühne geht.“
Wie sehr der Gemeinderat inzwischen genervt ist von dem ewigen Hin und Her, zeigte sich auch in den Weihnachtsansprachen der Fraktionen. „Da die Spielvereinigung monatlich für Überraschungen gut ist, sind wir gespannt, wie es weitergeht und hoffen auf eine gute Lösung“, sagte Evi Karbaumer von den Grünen und erntete Zustimmung von Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD). CSU-Fraktionssprecher Korbinian Rausch meint gar: „Ob es auch drei heilige Könige gibt, die unerwartet Reichtümer an einen armen Fußballclub in einem Unterhachinger Stadion verschenken?“

