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Unterhaching:Nothilfe für den Sportverein

Gemeinde unterstützt den TSV nach Austritten

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Die Sporthallen sind geschlossen, die Mitglieder melden sich ab: In der Corona-Krise kämpfen die Vereine um jeden Cent. Auch der TSV Unterhaching ist knapp bei Kasse, nachdem etwa tausend Beitragszahler weggebrochen sind. Deshalb hat der Verein bei der Gemeinde angeklopft, um einen Personalkostenzuschuss für drei Diplomsportlehrer zu bekommen. Der Gemeinderat macht zwar Geld locker, aber nicht so viel, wie sich Vizepräsident Robert Langwieser und Geschäftsführer Mihai Paduretu ursprünglich erhofft hatten.

Etwa 4000 Mitglieder hatte der TSV im vergangenen Frühjahr noch, in diesem Sommer werden es wohl nur noch 3000 sein. Auch die ausgefallenen Kursgebühren schlagen zu Buche. So werden die Beitragseinnahmen innerhalb eines Jahres um etwa 140 000 auf dann 650 000 Euro sinken, wie die Vereinsvertreter erläuterten. Bis zum Stichtag im Juli 2022 erwarten sie einen weiteren Schwund auf dann 59000 Euro. Laut Langwieser wird es sieben Jahre dauern, diesen Ausfall zu kompensieren.

Nun will der TSV aber nicht einfach jammen, sondern hat sich selbst überlegt, wie er aus der Misere wieder herauskommen kann. Für den Neustart, wenn Training auch für Freizeit- und Breitensportler wieder möglich ist, haben die Verantwortlichen daher ein Konzept entwickelt. Dieses sieht vor, die bestehende Kinder-Sportschule (KISS) weiter auszubauen, zudem neue Kurse im Outdoorsport sowie im Gesundheitsbereich und für Senioren anzubieten. Auf ehrenamtliche Übungsleiter kann der Verein dafür aber kaum setzen. Denn solche Honorarkräfte stehen allenfalls für die Abendtermine zur Verfügung. Der TSV will jedoch gerade sein Ganztagsangebot verstärken und hätte dafür drei Diplomsportler an der Hand, die er einstellen möchte. Die allerdings sind teuer, daher hoffte der TSV auf finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde in Höhe von 250 000 Euro im Jahr.

So viel Geld allerdings wollte der Gemeinderat nicht zuschießen. Zwar erinnerte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) daran, dass die Gemeinde durch die Hallenmieten vom TSV auch einen finanziellen Rückfluss erhalte. SPD-Fraktionssprecher Peter Wöstenbrink betonte, die Situation des TSV als Unterhachinger Institution müsse stabilisiert werden, schließlich steigere der TSV die Lebensqualität in der Gemeinde. Auch Dritter Bürgermeister Richard Raiser (CSU) unterstrich die Wichtigkeit des TSV für die Sportlandschaft und fand, als Gemeinde müsse man ein Signal für die Unterhachinger Vereine und für den Sport setzen. Andere dagegen waren nicht davon überzeugt, dass man dafür tiefer als geplant in die Gemeindekasse greifen sollte. Peter Hupfauer (FDP) etwa vertrat die Ansicht, ein Verein solle seine Belange grundsätzlich eigenständig finanzieren können. Armin Konetschny (Grüne) mahnte, die Gemeinde müsse angesichts der zu erwartenden Haushaltssituation mit den gemeindlichen Finanzmitteln effizient umgehen.

Einstimmig einigte sich der Gemeinderat dann auf die Gewährung eines Personalkostenzuschusses von 90 000 Euro für dieses und jeweils 180 000 Euro für die beiden kommenden Jahre. Abhängig ist der Zuschuss allerdings von der tatsächlichen Personalgewinnung.

© SZ vom 13.04.2021
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