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Unterhaching:Mehr Platz fürs BRK

Gemeindewohnung wird der Rettungswache zugeschlagen

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) kann endlich auf eine Sanierung seiner Rettungswache in Unterhaching hoffen. Der Bauausschuss des Gemeinderats sprach sich am Dienstagabend einstimmig dafür aus, das in die Jahre gekommene gemeindeeigene Gebäude an der Münchner Straße herzurichten und zeitgemäß umzubauen. Bereits vor zwei Jahren war Kritik an dem Zustand der ehemaligen Feuerwache laut geworden. Die Gemeinde verwies damals aber darauf, dass andere Projekte wie das Kinderhaus am Oberweg und die Sanierung der Schulen Priorität haben.

Die Mängelliste, die im Dezember 2018 dem Unterhachinger Rathaus anonym zugeschickt wurde, war lang. Keiner in der Gemeinde bestritt, dass hier dringend etwas gemacht werden muss. Die BRK-Station war aufgrund der stark gestiegenen Einsatzzahlen gut zwei Jahre zuvor zur 24-Stunden-Wache aufgewertet worden. Das Gebäude ist aber für den Dienst rund um die Uhr zu klein, die Anlagen sind mangelhaft. Von einer "verheerenden Situation" war in dem Schreiben die Rede, von fehlenden Duschen und durchlöchertem Fußboden. Es gebe nur einen kleinen Raum, in dem die Helfer sich zwischen ihren Einsätzen aufhalten könnten. Dort passe gerade mal ein Schreibtisch und ein Sofa hinein, Betten und damit Ruhemöglichkeiten gebe es nicht. Der BRK-Kreisverband dementierte die Schilderungen damals nicht, hielt sich selbst aber mit Kritik zurück, in der Hoffnung, dass etwas vorangeht.

Nun tut sich tatsächlich etwas. Die angrenzende Gemeindewohnung ist inzwischen frei geworden und kann nun durch einen Umbau der Immobilie der BRK-Wache zugeschlagen werden. Dabei geht es um die etwa 80 Quadratmeter große ehemalige Kommandantenwohnung, die direkt an die BRK-Räume angebaut ist. "Die Räumlichkeiten der 24-Stunden-Wache entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine solche Einrichtung", warb die Verwaltung im Ausschuss um Zustimmung für diese Lösung. Gerade in Hinblick auf Sanitäranlagen und Umkleiden bestünden Defizite.

Stefan König von den Grünen gab zu bedenken, dass mit dem Umbau bezahlbarer Wohnraum in Unterhaching wegfallen würde. Doch war sich der Ausschuss schließlich einig darüber, dass man den Verlust von 80 Quadradratmetern Wohnraum zugunsten der BRK-Wache hinnehmen wolle. Ein Umbau ohne die zusätzlichen Räume hätte lediglich die Mindestanforderungen an eine solche Einrichtung erfüllt. Die Verwaltung sprach sich auch für die Beibehaltung des jetzigen Standorts aus, da diese zentrale Lage an einer der Hauptdurchgangsstraßen schnelle Einsatzzeiten garantiere.

So stimmte der Ausschuss der Nutzungsänderung zu, die Verwaltung kann mit den Planungen beginne. Laut Rathaussprecher Simon Hötzl sollen diese im ersten Quartal des kommenden Jahres dem Gemeinderat vorgelegt werden, sodass ein Umbau 2021 erledigt werden könnte. Die geschätzten Kosten dafür liegen laut Hötzl bei etwa 300 000 Euro.

© SZ vom 19.11.2020
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