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Unterhaching:Kampf der Algenplage

Unterhaching, Ortspark, See, der kleine See ist erholsamer Treffpunkt für Jung und Alt, inzwischen hat er sich farblich auch ziemlich erholt und sieht ganz klar aus,  Foto: Angelika Bardehle

Vögel im Ortsparksee zu füttern macht vielen Leuten Spaß, doch es schädigt die Wasserqualität.

(Foto: Angelika Bardehle)

In Unterhaching versucht man, den Ortsparksee bis zum Bürgerfest zu säubern. Der Bürgermeister bittet, Enten nicht mehr zu füttern

Während die beiden Seen im Unterhachinger Sportpark gerade erst für knapp 1,6 Millionen umfangreich saniert wurden, bereitet das Gewässer im Ortspark der Gemeinde Sorgen. Grün schimmert der See seit diesem Frühjahr, und das kann nicht mehr nur den Blütenpollen zugeschrieben werden, die sich zu dieser Jahreszeit gerne ablagern. Das musste Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) in der jüngsten Gemeinderatssitzung zugeben. Durch die vielen Tiere, die sich durch die verbotene Fütterung der Bevölkerung prächtig vermehrten, erfolge im See ein zu großer Nährstoffeintrag, so der Bürgermeister, "das was ins Tier rein kommt, muss auch wieder raus." Dies könne aber nicht mehr allein durch den Sauerstoffeintrag durch die Fontäne abgebaut werden.

Die Verwaltung wurde daher beauftragt das nährstoffabbauende raue Hornkraut und Teichrosen einzusetzen. Da das Hornkraut sich wuchernd vermehrt, hatte die Gemeinde Unterhaching bisher darauf verzichtet und auf eine ausreichende Wirkung der Fontäne gehofft. Die Pflanzen wurden in den Pfingstferien eingesetzt, jetzt soll in Zusammenarbeit mit dem Baubetriebshof die Entwicklung beobachtet werden. "Es ist bereits eine leichte Besserung eingetreten", sagt Rathaussprecher Simon Hötzl. Um auch mehr Sauerstoff in den See zu bekommen, hat die Verwaltung zudem vor, zwei weitere Belüftungsaggregate, einen Strömungsbelüfter und einen Rundumbelüfter, einzusetzen. Diese werden jeweils mit einer Schaltuhr ausgestattet, damit diese nur bei Bedarf eingeschalten werden. Die Kosten hierfür werden auf etwa 8000 Euro geschätzt. Laut Hötzl sind die Geräte inzwischen bestellt worden.

Bürgermeister Panzer appellierte noch einmal an die Bevölkerung, auf die Fütterung von Gänsen und Enten zu verzichten. "Es werden ja nicht nur kleine Stückchen sondern ganze Körbe mit Brot reingeworfen", sagte er. "Das Problem sind nicht die Enten, sondern die Leute, die die Enten füttern", sagt Hötzl.

Nun hofft man im Rathaus, bis zum Beginn des Bürgerfests am Freitag, 5. Juli, die Algenplage im Ortsparksee vollständig im Griff zu haben. "Vielleicht müssen wir auch noch per Hand etwas nachhelfen und mit dem Kescher die Algen entfernen", so Hötzl. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Mitarbeiter der Gemeinde mit Gummistiefeln oder auch in Badehose in den See im Ortspark steigt, um dort das lästige Grün herauszufischen. Zumeist hatte es sich jedoch um die Ablagerung von Pollen gehandelt.

Nicht nur die Optik soll stimmen, wenn im Festzelt neben dem See der Bürgermeister das erste Fass für das zehntägige Fest anzapft. Auch ist am ersten Festwochenende eine Modellboot-Regatta auf dem Ortsparksee geplant, bis dahin sollte das Gewässer wieder befahrbar sein.