Es liegt ein Brummen in der Luft. Und es stammt nicht von einer der Drohnen, die technikbegeisterte Mitmenschen hin und wieder über dem Unterhachinger Rodelberg fliegen lassen. Es ist tiefer, intensiver, mit mehr Vibrato. Und dann kommt sie auch schon zwischen Löwenzahn und Lavendelstaude im Kleingarten hervor, die Bassstimme der Blumenwiese. Im Vergleich zur nervösen Wespe und zur diensteifrigen Honigbiene ist sie eher gemütlich unterwegs und man wundert sich immer wieder, dass so ein Brummer überhaupt abhebt. Hätte man nicht die Hummel schon oft durch die Luft cruisen sehen, läge die Vermutung nahe, dass sie eigentlich viel zu dick zum Fliegen ist.
Aber Bombus macht seinem lateinische Name alle Ehre und brummt von Blüte zu Blüte, vermutlich in A-Moll. Zumindest wenn der russische Komponist Rimski-Korsakow die Tonart überprüft hat, bevor er diesem pelzigen Insekt mit seinem orchestralen Hummelflug ein musikalisches Denkmal setzte. Wobei nicht überliefert ist, welche Hummelart damals bei ihm über 113 Takte unterwegs war. Man kann durchaus herausfinden, ob man nun eine Steinhummel, eine Erdhummel, eine Gartenhummel oder gar eine Keusche Kuckuckshummel vor sich hat, die übrigens zu dem Schmarotzerhummeln zählt. Ja, die gibt es auch.
Wer nun denkt, dass diese Unterscheidung der allein in Europa 70 Hummelarten nur etwas für Entomologen ist, den sollte nicht gleich der Mut verlassen. Tröstlich ist für Hobby-Insektenforscher vielleicht, dass es in Deutschland nur 36 Bombus-Arten gibt, von denen allerdings 16 auf der roten Liste der bedrohten Arten stehen. Als verschwunden gilt bereits die Alpenhummel, auch der Samthummel und der Obsthummel begegnet man nur noch selten. Und was brummt da nun durch den eigenen Garten? Das würden der Landesbund für Vogelschutz und der Naturschutzbund Deutschland auch gerne wissen und haben dazu aufgerufen, im Juni und im August Insekten zu zählen, insbesondere die Hummeln.
Es gibt auch einen ganz einfachen Trick, wie man die Steinhummel von der Erdhummel oder gar der Ackerhummel unterscheidet: Man muss ihr auf den Hintern schauen. Kein Witz! Dann soll man auch als Laie an Farbe und Muster ganz schnell merken: Nicht jeder Bombus-Po gleicht dem anderen. Hauptsache, das Arscherl brummt.
Die Aktion "Insektensommer" findet von 2. bis 11. Juni und von 4. bis 13. August statt. Wer mitmachen will, erhält genauere Informationen unter www.lbv.de/insektensommer.

