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Unterhaching:Antrag für die Katz

Viel verändern kann die Gemeinde Unterhaching an der Hundemeile im Landschaftspark Hachinger Tal nicht. Hier hat der Naturschutz Vorrang.

(Foto: Claus Schunk)

Der Versuch der CSU, für die Hundehalter und ihre Lieblinge Verbesserungen im Landschaftspark Hachinger Tal zu erreichen, scheitert am Nein der Verwaltung.

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Die Hundemeile war ein großes Thema für die CSU im Unterhachinger Kommunalwahlkampf. Bürgermeisterkandidatin Renate Fichtinger ist sogar mit Gassi gegangen, um die Wünsche von Herrchen und Frauchen direkt am Ort des tierischen Vergnügens aufzunehmen. Daraus formulierte die CSU-Fraktion im Februar dann einen Antrag im Gemeinderat, mit dem sie diverse Verbesserungen für die Hundehalter und ihre Lieblinge forderte. Die Verwaltung hat nun so gut wie allen Ideen eine Absage erteilt. Der Grund: Die meisten Forderungen sind mit dem Naturschutz nicht vereinbar.

Die fünf Meter breite und 1,6 Kilometer lange Hundemeile im Landschaftspark Hachinger Tal ist ein Angebot für Hundebesitzer, um den Hunden die Möglichkeit zu geben, frei laufen zu können. Denn in allen anderen Bereichen muss der Hund an die Leine genommen werden. Die CSU hatte nun den Wunsch geäußert, dass die Hunde nicht angeleint in den Bach gelassen werden dürfen. Auch ein Wiesenbereich durch eine Heckenbepflanzung oder einen Zaun zum Freilaufen der Hunde sollte ausgewiesen werden. Zudem könnte der Landschaftspark beginnend mit der Hundemeile auf die gesamte Länge mit großkronigen, schattenspenden Laubbäumen und Sitzgelegenheiten attraktiver gemacht werden.

Eine Badestelle für Hunde kommt für die Verwaltung auf keinen Fall in Frage. Wie Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) in der jüngsten Gemeinderatsitzung erläuterte, grenze ein solcher Badeplatz für Hunde an den Wasserspielplatz auf der Westseite an. Ein Baden der nicht angeleinten Hunde stelle zwangsläufig ein Sicherheitsrisiko für die spielenden Kinder dar, da die Hunde dann nicht mehr von ihren Besitzern zurückgeholt werden könnten. Ein Zaun sei aus wasserrechtlicher Sicht nicht erlaubt. Denn der dürfe maximal eine Höhe des Wasserspiegels eines 100-jährlichen Hochwasserereignisses plus 50 Zentimeter haben. Für die Trennung der Hunde von den Kindern würde ein solcher Zaun nicht ausreichen.

Auf die Wiesen dürfen die Hunde eigentliche auch nicht. Auch dann nicht, wenn man den Bereich durch eine Hecke abgrenzen würde. Denn anschließend an die ausgewiesene Hundemeile befindet sich ein gesetzlich geschütztes Biotop. Hier hält sich unter anderen Wildtieren die geschützte Feldlerche auf, die bekanntlich am Boden brütet. Allerdings konnte Panzer von einem "Kompromissvorschlag" berichten, den die Unterhachinger mit der Unteren Naturschutzbehörde ausgehandelt haben. Demnach signalisierte das Landratsamt, dass man einen Bereich mit einem Zaun mit einer etwa zehn Zentimeter hohen Durchschlupfmöglichkeit abgrenzen könnte. Dieses Areal dürfe nur maximal zehn Meter breit sein, gemessen vom Zaun des nördlich angrenzenden Bundeswehrgeländes. Somit wäre für die Hundebesitzer klar, dass der Bereich der dann verbreiterten Hundemeile da endet, und zum anderen die frei lebenden Tiere, welche teilweise artenschutzrechtlich geschützt sind, in den übrigen Flächen ihre Ruhe hätten.

Schatten spendende Bäume hingegen wird es auch im Zukunft hier im Landschaftspark nicht geben. Denn im Ostteil des Landschaftsparks sind eben jene artenschutzrechtlich geschützte Tiere beheimatet, die den niedrigen Bewuchs brauchen. "Damit würde die Pflanzung von solchen Großbäumen, die dann von den Greifvögeln auch als Startplatz genutzt werden könnten, dem zuwider laufen", teilt die Verwaltung mit. Wie Bürgermeister Panzer ausführte, habe die Untere Naturschutzbehörde klar mitgeteilt, dass sie einem solchen Vorhaben nicht zustimmen werde. Das gilt auch für eine Aufstellung von Sitzgelegenheiten in dem Bereich. Solche Angebote entlang der Hundemeile würden dann als Verweilplätze genutzt. Und das führe dazu, dass sich die Hunde weiter von den Besitzern entfernten und in den Wiesen herumliefen.

© SZ vom 14.07.2020/hilb
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