Süddeutsche Zeitung

Unterhaching:Erfolgreiche Parkplatzsuche

Nachdem die Differenzen über die Anordnung von Stellflächen und die Zufahrt zur Tiefgarage ausgeräumt sind, steht einem Neubau der Kreissparkasse an der Hauptstraße nichts mehr im Weg

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Die Kreissparkasse will ihr Bank- und Verwaltungsgebäude an der Unterhachinger Hauptstraße abreißen und an derselben Stelle einen größeren Neubau errichten. Die ursprünglichen Pläne aus dem November 2019 kamen im Bauausschuss der Gemeinde gar nicht gut an. Inzwischen haben die Architekten einiges daran geändert, am Dienstagabend beriet das Gremium nun zum dritten Mal über das Vorhaben und stimmte letztlich zu.

Noch immer gab es bei den Ausschussmitgliedern allerdings einige Bedenken, was den per Video zugeschalteten Architekten Alexander Schwab zu der Aussage veranlasste: "Die Kreissparkasse ist nicht der Feind Unterhachings." Nachdem viele Kundencenter in anderen Orten bereits geschlossen worden seien, gebe es in Unterhaching nach wie vor eine Kundenbindung. Anders formuliert: Unterhaching kann froh sein, dass das Geldinstitut am Standort festhält und sogar neu bauen will. Das ist der Gemeinderat im Prinzip ja auch. Korbinian Rausch, Fraktionssprecher der CSU, stellte deshalb klar: "Es ging nie darum, die Kreissparkasse auszubremsen."

Vielmehr hatten die Kommunalpolitiker insbesondere Kritik an der geplanten Zufahrt und den Stellplätzen geübt und daher zunächst das Einvernehmen verweigert. So wollten die Planer zunächst die Besucherparkplätze an der Hauptstraße quer angeordnet auf gemeindlichen Grund verlagern und dafür den Geh- und Radweg an dieser Stelle verschwenken. Die Empörung darüber war vor gut einem Jahr in Verwaltung und unter den Ausschussmitgliedern genauso groß wie über das Ansinnen der Kreissparkasse, im Süden des Gebäudes eine zweite Zufahrt einzurichten.

Das hatte auch Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) damals als "zu gefährlich" angesehen und eine Umplanung angemahnt. Denn jede Zufahrt an der Hauptstraße quert den Geh- und Radweg, der insbesondere in der Früh und nach Schulschluss von zahlreichen Schülern der nahen Grundschule an der Jahnstraße und des Lise-Meitner-Gymnasiums genutzt wird. Querparkplätze wurden auch deshalb kritisch gesehen, weil die Autofahrer rückwärts ausparken müssen und auf der Hauptstraße neben dem Individualverkehr auch sechs Buslinien vorbeiführen.

Der neue Plan sieht nun alle Stellplätze auf dem Baugrund vor. Für die Tiefgarage hat die Kreissparkasse die Vorgaben der Verwaltung umgesetzt und verzichtet auf eine neue Zufahrt. Die Erschließung ist nun über die bestehende Zufahrt nördlich des Gebäudekomplexes geplant. Wie Architekt Schwab in der Sitzung erläuterte, soll das neue Gebäude im Vergleich zum jetzigen Bestand 5,70 Meter weiter nach hinten rücken.

Die Rathausverwaltung erwartet, dass sich die Situation dadurch sogar leicht verbessern könnte, da vor allem die Nutzung der geplanten Kurzparkplätze für die Autofahrer erleichtert werde. Als weiterhin kritisch werden unter den Gemeinderäten allerdings drei geplante oberirdische Parkplätze auf der Nordseite entlang des Gebäudes gesehen. Dieter Senninger (SPD) bezeichnete sie als "sehr ungeeignet", da die Leute entweder rückwärts rausfahren oder im hinteren Bereich an der Tiefgaragenausfahrt wenden müssten. "Ich glaube nicht, dass die Leute hinten umdrehen", entgegnete Architekt Schwab, die baurechtlichen Vorschriften seien eingehalten. Immerhin wird das Wenden auf dem vorderen Parkplatz mit der Rückversetzung des Hauses nun "komfortabler", wie CSU-Gemeinderat Rausch anmerkte, "ein echter Game-Changer".

Besorgt hatten sich vor allem die Grünen auch wegen der Bäume gezeigt, von denen acht für das Bauvorhaben gefällt werden müssen, sechs auf dem Baugrundstück und zwei auf dem südlichen Grundstück. Vier sollen nachgepflanzt, für den Rest soll eine Ausgleichszahlung von 650 Euro pro Baum gezahlt werden. Stefan König (Grüne) hatte zudem befürchtet, dass durch die sehr steile Tiefgarageneinfahrt, die eng an das Nachbargrundstück anliege, auch dort Bäume in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Die Landschaftsarchitektin teilte diese Bedenken nicht. Vielmehr bekämen diese Bäume durch die Umplanung mehr Freiraum für ihre Wurzeln.

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SZ vom 22.01.2021
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