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Unterhaching:Die Schönheit von Mensch und Maschine

Bei der siebten Auflage der Ars Technica in Unterhaching kann der Besucher Erfahrungen im Spannungsfeld zwischen Kunst, Technik und Gesellschaft machen: von Shows mit Robotern über Choreografien mit Laserharfe bis zu Computeranimation

Zu den Klassikern valentinesker Weisheiten gehört der Satz: Die Zukunft war früher auch besser. Es dürfte nicht wenige Menschen geben, die heute sogar sagen würden: sie wird immer schlimmer, die Zukunft. Man mag das als Kulturpessimismus oder Nostalgietrunkenheit abtun, aber das diffuses Gefühl einer steten Überforderung und Unsicherheit ob einer rasenden technologischen Entwicklung ist ein Kennzeichen der Jetztzeit. Freilich gibt es da auch die vielen anderen, die Optimisten und Anpacker, die in der großen Zäsur, welche die Digitalisierung zeitigt, eine Riesenchance sehen.

ballett ars technica

Bei der Ars Technica zeigen die Ensembles Ballett.

(Foto: oh)

Einer, der Lust auf Zukunft und Digitalisierung machen will, ist der Coach, Autor und Entertainer Frank Astor, der mit seiner Infotainment-Show "Future now. Die Zukunft ist jetzt" bei der Ars Technica 7 in Unterhaching (28. April bis 1. Mai) auftreten wird. Die Schnelligkeit, mit der sich unsere Lebensbereiche derzeit verändern, macht ihm keine Angst, im Gegenteil: "Digitale Transformation ist das Erwachen der Menschheit aus einem langen Traum hinein in eine neue Realität", erklärt er. Astor, der auch Motivationsvorträge in Unternehmen hält, äußert sich zu aktuellen Trends, technologischen Innovationen, Künstlicher Intelligenz und Robotics - wissenschaftlich fundiert, aber mit Humor. "Es ist eine lustige Show", erklärt Torsten Kresss, der Initiator der Ars Technica, "eine Art Science-Kabarett."

wlad und donald, skulptur

Alte Männer als moderne Kunst: die Skulpturen Wlad (Putin) und Donald (Trump).

(Foto: oh)

Die Veranstaltung am Sonntag, 30. April, in der Hachinga-Halle - Astor hat dabei eine Roboter auf der Bühne zur Seite - dürfte auch Inspiration für die anschließende Diskussion liefern. Renommierte Fachleute aus Wissenschaft und Kunst wie der bald 90-jährige Herbert W. Franke, Gründer der Ars Electronica in Linz, Stefan R. Meier, Autor des Thrillers "Now - du bestimmst, wer überlebt" oder ein hochrangiger Google-Mitarbeiter bilden eine Runde, die über die Zukunft debattieren und sich den Fragen der Zuschauer aussetzen wird. "Die Runde ist hochkarätig und es wird sicher spannend", urteilt Kresse. "Unter meinen Bekannten gibt es einige Smartphone-Hasser, die sicher auch Fragen haben werden." Hochkarätig und vielfältig ist überhaupt das Programm bei der diesjährigen siebten Auflage der Ars Technica, die die Verbindung von Kunst und Wissenschaft/Technik als Maxime hat.

science kabarett, frank astor

Der Coach Frank Astor tritt mit Roboter auf.

(Foto: oh)

Zum Auftakt am Freitag, 28. April, gibt es einen besonderen Ballett-Abend im Kubiz: Das Programm vereint die Stücke von fünf Choreografen unter dem Titel "Kaleidoscope": Ausführende sind Mitglieder der B&M Dance Company, in den ungewöhnlichen Choreografien werden maschinelle Bewegungsspektren auf den Körper adaptiert. Es wird einige Uraufführungen geben, so bedient sich die Tänzerin Natalie Bury aus dem Baukasten der menschlichen "Habits and Limits" und baut durch die Fusion vieler Körper eine Mensch-Maschine. Beim Auftritt von Ada Ramzews mit einer Laserharfe will sich die Tänzerin quasi die Herrschaft über die Klänge ertanzen. Überdies kann der Besucher der Ars Technica die Ausstellung "Licht, Klang Bewegung" in der Hachinga-Halle bestaunen, mit Werken von Hajo Drott ("Magic Moments"), Herbert W. Franke (Computer Movements"), Charly Ann-Cobdak ("Low Tech Instruments") oder Walter Dorsch ("Maschinen Kunst"). Hinzu kommen Video- und Computeranimationen und abschließend zur Finissage am Montag steht noch mal eine offene Diskussion an: "Politische Kunst in unserer Gesellschaftssituation". Passend dazu kann man auf der Ars Technica auch zwei hübsche Skulpturen von Trump und Putin ("Donald and Wlad") sehen - für viele eher zwei Politiker von gestern als Gestalter der Zukunft.

Weitere Infos gibt es unter www.ars-technica.de

© SZ vom 20.04.2017
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