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Unterhaching:Die grüne Witwe

Alfons Hofstetter hat einen "besonderen Freund".

(Foto: Claus Schunk)

Alfons Hofstetter bedient sich in Unterhaching der Biologie

Alfons Hofstetter, der ehemalige Zweite Bürgermeister von Unterhaching, hat schon viele Starkbierreden gehalten. Von 2002 bis 2019 sind da seitenweise Papier, jede Menge Pointen und auch ein paar Weisheiten zusammengekommen. Vergangenes Jahr hat der 82-jährige Professor für Urologie seine Ansprachen, mit denen er als Krüglredner der CSU-Veranstaltung den Politiker die Leviten gelesen hatte, zu einem Buch binden lassen. Schon die Rede aus 2020, die er erstmals bei den Freien Wähler halten wollte, blieb ungehört. Jetzt fällt sie zum zweitem Mal aus.

SZ: Hatten Sie für Ihre Krüglrede schon einiges an Schmähmaterial gesammelt?

Alfons Hofstetter: Ja.

Das öffentliche Leben ruht weitgehend seit einem Jahr. Aus welchen Quellen schöpft man jetzt Verwertbares für ein Derblecken?

Aus Presse, Fernsehen und aus eigenen, leidvollen Erfahrungen.

Welchen Scherz hätten Sie heuer zu gerne gemacht?

Der Scherz wird nicht verraten, nur so viel: Er könnte die Freien Wähler treffen.

Können sich die üblichen Verdächtigen jetzt entspannt zurücklehnen, weil sie heuer nicht durch den Kakao gezogen werden, oder werden ihre "Verfehlungen" bei Ihrer Krüglrede 2022 in einer Zwei-Jahres-Abrechnung gewürdigt?

Eine Zwei-Jahres-Abrechnung ist geplant, was den einen oder anderen Politiker nicht stören wird, da dann die meisten und wichtigsten Wahlen vorbei sind.

Wer hätte heuer das größte Potenzial für ein Derbleckt werden gehabt und weswegen?

Ein übergroßes Potenzial für ein Derblecktwerden haben viele, angefangen von Ursula von der Leyen, die hervorragenden Pandemie-Manager im Bund und Land, die Weltuntergangsprediger aus dem Robert-Koch-Institut, der Mann mit der weinenden Stimme und Gesundheitsexperte der SPD, Lauterbach, der Einfamilienhausbesitzer-Schreck Anton Hofreiter - mein besonderer Freund - sowie die Grün-Schwarze Allianz im Unterhachinger Gemeinderat.

Verfassen Sie doch bitte ein kurzes Derblecken auf ihn oder sie.

Für letztere gilt eine Erfahrung aus der Biologie: Schwarze Witwe, in diesem Fall, grüne Witwe, frisst ihr eigenes Männchen. Nach Jutta Schneider, Spinnen-Forscherin an der Uni Hamburg, machen dies die Spinnenweibchen, damit sich die Männchen nicht mit anderen Weibchen paaren und sie ihre Überlegenheit unter Beweis stellen können. Davon abgesehen sollen die Weibchen, die ihre Männchen gefressen haben, größere Eier legen!

© SZ vom 06.03.2021 / Protokoll: hilb
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