Unterföhring:Autos haben Vorfahrt

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Unterföhring: Die Fahrbahn an dieser Stelle der Münchner Straße wird nicht wie empfohlen zugunsten der Fuß- und Radwege auf beiden Seiten verengt.

Die Fahrbahn an dieser Stelle der Münchner Straße wird nicht wie empfohlen zugunsten der Fuß- und Radwege auf beiden Seiten verengt.

(Foto: Wejsada/oh)

Der Rückbau der Unterföhringer Ortsdurchfahrt und der Ausbau des Radweges scheitern an den Grünen.

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Bis das neue Gebäude für die Freiwillige Feuerwehr an der Münchner Straße in Unterföhring steht, muss auch die Anbindung des Geländes an die Ortsdurchfahrt fertig sein. Bereits für die Einrichtung der großen Baustelle wurden die bislang zwei Spuren nach München um eine für Linksabbieger erweitert, in Gegenrichtung verjüngt sich der Verkehr seitdem auf einen Fahrstreifen. Die Gemeinde hat nun untersuchen lassen, wie sich die Verkehrsführung zwischen der Mitterfeldallee und dem Isarweg gegenüber der Tankstelle optimieren lässt - und sich dann dafür entschieden, alles weitgehend beim Alten zu belassen.

Laut der Untersuchung könnte der Verkehr anstandslos mit nur einer Geradeausspur in beide Richtungen abgewickelt werden und es seien vier Varianten zur Gestaltung der Münchner Straße in diesem Bereich denkbar, die allesamt darauf abzielen, die viel befahrene Ortsdurchfahrt zurückzubauen und so für den Pendlerverkehr unattraktiver zu machen. Das Landratsamt und das staatliche Bauamt favorisierten Variante vier mit jeweils nur einer Fahrspur in beide Richtungen, breiteren Fuß- und Radwegen sowie mehr Grünflächen und einem Zebrastreifen auf Höhe der Bushaltestellen am Brunnbachlweg.

Doch daraus wird jetzt nichts. Der Gemeinderat hat sich mit knapper Mehrheit von 13 zu 11 Stimmen gegen diesen Plan ausgesprochen - und für eine Minimallösung, die schon der Bauausschuss Ende Oktober mehrheitlich beschlossen hatte. Diese sieht vor, dass nur alle alten Markierungen entfernt werden und die Asphaltdeckschicht erneuert wird. Dafür sind circa 310 000 Euro veranschlagt. Für die Umsetzung der Vorschläge in der Variante vier hätte Unterföhring etwa 1,75 Millionen Euro in die Hand nehmen müssen.

Während die Parteifreie Wählerschaft (PWU) und Grüne ihre Ablehnung des Rückbaus der Münchner Straße im Bereich der neuen Feuerwehrzentrale verteidigten, riefen die Pläne, alles mehr oder weniger beim Alten zu lassen, bei den anderen Parteien blankes Unverständnis hervor. CSU-Fraktionsvorsitzender Manfred Axenbeck warb vor der Abstimmung eindringlich für die Variante vier. Unterföhring warte seit mehr als 30 Jahren auf einen Rückbau der Ortsdurchfahrt - "und jetzt scheitert es ausgerechnet an den Grünen wegen der Kosten", sagte er kopfschüttelnd.

"Die Planung überzeugt mich nicht", erklärte dagegen Grünen-Fraktionssprecherin Gisela Fischer, so gebe es beispielsweise nur einen gemeinsamen Weg für Radler und Fußgänger, so Fischer. "Das ist nicht mehr zeitgemäß." Die Idee, die Straße durch Bäume zu einer Art Allee werden zu lassen, sei ebenfalls nicht sinnvoll. Die Straße sei schließlich für den Verkehr da, sagte Fischer. Angesichts dieser Aussagen platzte SPD-Gemeinderat Thomas Weingärtner der Kragen: "Wir sollten nicht so tun, als würde etwas Monströses geschehen, wenn die Fahrbahnen reduziert werden. Das war doch unser Wunsch." Man brauche doch nur nach Ismaning schauen, dort verlaufe die gesamte Staatsstraße nur mit jeweils einer Fahrspur pro Richtung durch den ganzen Ort, sagte Weingärtner, um etwa die Bedenken von Stefan Zehetmair (PWU) zu entkräften. Dieser ist bei der Feuerwehr aktiv und hatte sich zuvor dafür stark gemacht, mit einem Rückbau der Münchner Straße zu warten, bis das neue Feuerwehrhaus fertig ist. Dann habe man Erfahrungen gesammelt, was das Ein- und Ausrücken der Einsatzfahrzeuge angehe. So wird es jetzt kommen.

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