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Unterföhring:Zurück zur Konfrontation

Pläne Boardinghaus Unterföhring, Gewerbegebäude Oktavian, Münchner Straße Ecke Feringastraße

Eigentlich sollte der Gemeinderat über die Umgestaltung der Fassade befinden, doch dazu kam es nicht.

(Foto: Florian Peljak)

Gemeinderat stoppt Bebauungsplanverfahren für Boardinghaus

Nun ist wieder alles auf Anfang gestellt: Der Unterföhringer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung mit knapper Mehrheit das Bebauungsplanverfahren für das Vorhaben eines Investors aus Grünwald gestoppt, der in den Oktavian-Türmen an der Münchner Straße ein Boardinghaus mit etwa 850 Betten plant. Zu diesem Zweck sollen zwei der drei markanten Bürotürme zu einem solchen Beherbergungsbetrieb umgebaut werden. Sehr zum Ärger der Unterföhringer Hoteliers, die Umsatzeinbrüche fürchten und in der Vergangenheit deutlich gegen das Projekt protestierten.

Die Gemeinde wollte das Boardinghaus ursprünglich wegen seiner Größe ganz verhindern, musste einer Nutzungsänderung aber schließlich zustimmen, da das Projekt aus Sicht des Landratsamts alle Vorgaben des bestehenden Bebauungsplans für das Gewerbegebiet an der Feringastraße einhält. Aus baurechtlicher Hinsicht kann die Kommune die Umnutzung des Oktavian-Areals demnach nicht verhindern, das Verfahren für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan wurde eingeleitet. Um das Bauprojekt für die Beteiligten möglichst verträglich zu gestalten, führte die Kommune seit Monaten Gespräche mit dem Investor.

Als es nun um das Thema Fassadengestaltung der Türme ging, das vom Bauausschuss in den Gemeinderat verlegt worden war, beantragte Günther Ernstberger von der Parteifreien Wählerschaft (PWU) einen Abbruch des Verfahrens - ein Vorschlag, den das Gremium mit zwölf zu zehn Stimmen annahm.

Der Unterföhringer Bauamtsleiter Lothar Kapfenberger hatte davor vergeblich gewarnt, dass die Kommune damit ein Risiko eingehe. Man habe in den seit anderthalb Jahren laufenden Gesprächen mit dem Investor schon viel erreicht, sagte er. Dieser sei der Gemeinde in einigen Bereichen entgegen gekommen. Wenn die Lokalpolitiker das Verfahren nun stoppten, dann würde wieder das Baurecht aus den Neunzigerjahren greifen und alle erreichten Verbesserungen wären perdu. Mit der Konsequenz, dass in den Oktavian-Türmen bis zu 1560 Betten in Zimmern für bis zu vier Personen entstehen könnten, die zwischen sechs und neun Monaten im Boardinghaus verweilen können. Von etwaigen Schadenersatzansprüchen ganz zu schweigen. Ob es nun so kommt, bleibt abzuwarten.