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Unterföhring:Virus schwächt auch Verbrecher

Ismaninger Polizeichef berichtet von einem Rückgang der Delikte

Relativ sicher lebt es sich in Unterföhring: Wie Albert Bauer, Leiter der für die Gemeinde zuständigen Polizeiinspektion in Ismaning, kürzlich bei der Bürgerversammlung bilanzierte, hat die Corona-Pandemie zu einem Rückgang der Kriminalität geführt. So habe 2020 die Zahl der Straftaten im gesamten Dienstbereich der Polizeiinspektion 26 abgenommen.

Ähnliches sei auch für das vergangene Jahr zu vermelden. Insgesamt 365 Fälle habe seine Inspektion im Jahr 2019 gezählt. Das ist laut Bauer ein Minus von 16 Prozent gegenüber den Zahl der Delikte im Jahr 2018. Allerdings gilt dieser Rückgang nicht für alle Bereiche der Kriminalität.

Einen Ausreißer gibt es nämlich, und zwar bei den Fahrraddiebstählen sowohl in Ismaning als auch in Unterföhring. Hier habe es fünf Festnahmen gegeben, berichtete der Polizeichef, darunter seien auch einige "Hochkaräter" gewesen, also professionell agierende, "reisende Täter". Diese kämen gleich mit dem Transporter und räumten eine Vielzahl von teuren Rädern ein. Bauer riet den Zuhörern, ihre Fahrräder mit ausreichend sicheren Schlössern abzusperren und das auch ihren Nachbarn und Freunden zu empfehlen.

Sorge bereiten der Polizei nach wie vor die Trickbetrüger. In Unterföhring hätten in den vergangenen zwölf Monaten allein drei falsche Polizeibeamte versucht, vor allem älteren Bewohnern das Geld aus der Tasche zu ziehen - allerdings vergeblich; 2020 gab es im Dienstbereich bislang fünf solcher Fälle.

Bei den anderen Fällen von Trickbetrug hätten sich die Unbekannten nicht nur als vermeintliche Enkel oder Bekannte ausgegeben, die dringend finanzielle Unterstützung brauchten, sondern die Täter warteten derzeit auch mit einer relativ neuen Masche auf: Nach Bauers Worten rückt eine Teerkolonne an, mit Lastwagen, Raupe und heißem Teer, und bietet Hausbesitzern an, die Einfahrt neu zu machen, natürlich für wenig Geld.

"Schicken Sie diese Leute weiter", appellierte Bauer an die Besucher der Versammlung und nannte dann auch gleich den Grund: Bei der ausgemachten Summe bleibe es nicht, die falschen Bauarbeiter wollten mehr Geld. Wer das nicht bezahlen wolle, dem könne es passieren, dass die Gangster dann "ums Auto herum" asphaltierten. Mit erheblichen Folgen für die Betroffenen.

© SZ vom 22.10.2020 / sab

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