Unterföhring Übergang mit Symbolkraft

Die neue Fahrrad- und Fußgängerbrücke über den Isarkanal zwischen Aschheimer Straße und Bauhofstraße in Unterföhring.

(Foto: Florian Peljak)

Eine neue Brücke über den Isarkanal bindet in Unterföhring die Asylunterkunft an den Ort an.

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Sie wiegt 38 Tonnen, hat eine Spannweite von 34 Metern und ist vier Meter breit: Die neue Brücke über den Isarkanal in Unterföhring dient Fußgängern und Radfahrern als Querungshilfe. Am Mittwochnachmittag wurde sie offiziell freigegeben. Nicht nur die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft und Anwohner in der Siedlung im Norden Unterföhrings sollen das Bauwerk samt Wegführung zwischen Aschheimer Straße und als Verbindung zum Orts nutzen. Der Brückenschlag stellt darüber hinaus eine Verlängerung des Tunnelwegs dar - als gut ausgebaute Strecke für Spaziergänger und Radler Richtung Ismaning und Poschinger Weiher.

In nur acht Monaten ist die Brücke errichtet worden. Eine "sportliche, fast rekordverdächtige Bauzeit", wie der Unterföhringer Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft) bei einer kleinen Feierstunde im Schneegestöber sagte. Die Gemeinde hat für das Projekt 1,7 Millionen Euro ausgegeben. Geld, das gut in die Sicherheit investiert sei, so der Rathauschef.

Denn vor allem die in der Unterkunft an der Bauhofstraße wohnenden Flüchtlinge hatten in der Vergangenheit den gefährlichen Weg zum Einkaufen oder zum Bahnhof direkt an den S-Bahngleisen genutzt. "Mir war immer ganz bang, wenn ich das Warnsignal der Züge gehört habe", sagte Kemmelmeyer.

Die neue Brücke ist für ihn auch ein Symbol für Verbundenheit - zu den Neuankömmlingen, von denen einige zur Eröffnung gekommen waren. Sowohl der Bürgermeister als auch der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger von den Freien Wählern dankten den engagierten Ehrenamtlichen der örtlichen Flüchtlingshilfe, ohne die eine Integration der Asylbewerber niemals so gut gelungen wäre, wie beide übereinstimmend sagten.

Nach den Worten von Kemmelmeyer laufen derzeit Gespräche mit seinem Ismaninger Kollegen Alexander Greulich (SPD), um den Weg in Richtung Agrob-Medienpark fortzuführen - und auf diese Weise Pendlern eine fahrradfreundliche Möglichkeit der Anreise zu bieten. Diese könnte schon bald rege genutzt werden, wenn am Unterföhringer Bahnhof und auch auf dem Agrob-Gelände die Mietradstationen der MVG eingerichtet sind. Dann können Beschäftigte mit der S-Bahn kommen, sich in Unterföhring ein Rad schnappen, über den Tunnelweg und die neue Kanalbrücke nach Ismaning fahren und dort zurück geben - und umgekehrt.