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Unterföhring:Studentenbuden auf Stelzen

Oben Wohnungen, unten Autos: So sollen die Apartmenthäuser aussehen. Simulation: Architekt Hans Meier

Über einem Parkplatz an der Unterföhringer Apianstraße sollen 128 Apartments entstehen, in denen nicht nur angehende Akademiker, sondern auch Auszubildende wohnen können. Vorbild ist ein Bau am Dantebad.

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Ein Wohnprojekt wie am Münchner Dantebad soll es bald in Unterföhring geben: Über einem Parkplatz an der Apianstraße plant die Apian Apartment GmbH & Co. KG die Errichtung von zwei aufgeständerten Wohnhäusern für Studenten und Auszubildende.

Entstehen werden 128 Apartments mit jeweils 24 Quadratmetern. Der Unterföhringer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung sein Einverständnis zu dem Projekt signalisiert. Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft) wurde vom Gremium beauftragt, weitere Gespräche mit dem Investor zu führen.

An der Apianstraße gibt es seit 2011 bereits Häuser für Studenten. Direkt an der Münchner Stadtgrenze gebaut, aber auf Unterföhringer Flur gelegen, beherbergen die Gebäude mit den bunten Fassaden 475 Apartments. Junge Frauen und Männer aus aller Herren Länder verbringen dort ihr Studentenleben. Sie fahren mit dem Bus zum Studieren auf den Garchinger Campus oder steigen nach einem kurzen Fußmarsch zur nahen Straßenbahn-Endstation St. Emmeram in die Tram ein, um in die Innenstadt zu den Vorlesungen und Seminaren zu kommen.

20 Quadratmeter groß und möbliert

Der Freistaat Bayern hat das 28 Millionen Euro teure Studentenwohnheim der Apian Aparthaus GmbH & Co. KG in Unterföhring mit rund zwölf Millionen Euro als zins- und tilgungsfreies Baudarlehen gefördert. Vergeben werden 360 der 20 Quadratmeter großen und möblierten Einzel-Apartments durch das Studentenwerk - oder sie werden verlost, weil die Zahl der Bewerber das Angebot überschreitet. Die Miete samt Nebenkosten und Internetanschluss beträgt 300 Euro.

Anders als bei den bestehenden Studentenwohnungen sollen die beiden neuen Stelzenhäuser ohne eine Förderung des Landes errichtet werden, wie der Unterföhringer Bürgermeister berichtete. Die Wohnungen werden auch nicht über das Studentenwerk vergeben. Somit steige die Chance, dass Studenten und auch Auszubildende aus der Kommune zum Zuge kommen könnten, wenn es an die Vermietung gehe, sagte Kemmelmeyer. Über diese Forderung wolle man in den anstehenden Gesprächen verhandeln, kündigte er an.

Die neuen Gebäude an der Apianstraße werden direkt über dem bestehenden Parkplatz neben dem Bowlingcenter gebaut. Die erforderlichen Parkplätze für Bestand und Neubau können nach der Bauphase wieder nachgewiesen werden. Ein ähnliches Projekt hatte die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag 2016 in München über dem Parkplatz des Dantebads realisiert: Nach gerade einmal sechs Monaten Bauzeit entstanden dort im Programm "Wohnen für Alle" 100 günstige Wohnungen in Modulbauweise.

Die Gemeinde Unterföhring will auf lange Sicht selbst günstige Wohnungen für junge Erwachsene bauen, und zwar auf einem Grundstück an der Gaußstraße, das in ihrem Besitz ist. Die CSU-Fraktion im Gemeinderat hatte das bereits vor drei Jahren beantragt. Allerdings ist das Projekt angesichts der Fülle von Vorhaben in Unterföhring zurückgestellt worden. CSU-Sprecher Manfred Axenbeck nahm den Antrag der Apian Apartment GmbH & Co. KG zum Anlass, die Gaußstraße wieder ins Gespräch zu bringen: "Man sieht, wie groß die Not ist", sagte er.

So groß, dass das Studentenwerk München zu Beginn dieses Wintersemesters eine Notunterkunft für Studenten eingerichtet hat, die bislang kein Glück bei der Wohnungs- oder Zimmersuche hatten. Sie schlafen in einem Flachbau mit Mehrbettzimmern gegenüber dem regulären Wohnheim an der Schwere-Reiter-Straße.

© SZ vom 14.11.2017/belo
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