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Unterföhring:Sicher angelegt bei der Greensill Bank

Gemeinde bekommt vier Millionen Euro aus dem Einlagensicherungsfonds zurück

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Auch Unterföhring hat Geld bei der Greensill Bank angelegt. Doch anders als der notorisch klammen Gemeinde Oberschleißheim, die nach der Insolvenz des Geldinstituts fünf Millionen Euro verloren hat, ist der finanzstarken Medienkommune kein Schaden entstanden. Nach den Worten von Kämmerer Robert Beckerbauer hat Unterföhring die vier Millionen Euro, die bei der Bremer Bank angelegt waren, komplett zurückerhalten, weil der Betrag über den Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands abgedeckt war.

Unterföhring hatte die Summe von vier Millionen Euro 2016 auf einen Zeitraum von fünf Jahren bei der Greensill Bank angelegt. Die freiwillige Einlagensicherung des Bankenverbandes für kommunale Geldanlagen ist zwar zum 1. Oktober 2017 weggefallen. Weil für das Unterföhringer Anlagevermögen der Bestandsschutz gegolten habe, sei die Gemeinde nach dem Bankencrash aber entschädigt worden, berichtet Beckerbauer, der erst im Januar 2020 seinen Posten als Chef der Finanzabteilung im Rathaus von Unterföhring angetreten hat. Die Anlagegeschäfte mit der Greensill Bank lagen also vor seiner Zeit. Mit Glück habe das nichts zu tun, gibt der Kämmerer zu bedenken und verweist darauf, dass die Kommune niemals Geld ohne eine Einlagensicherung bei einer Bank angelegt hätte.

Dieses Vorgehen bestätigt Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer von der Parteifreien Wählerschaft. "Wir haben seit jeher ein Auge darauf, ob bei irgendwelche Anlagen die Einlagensicherung greift", sagt Kemmelmeyer. Unterföhring, das wegen seiner hohen Gewerbesteuereinnahmen und großen Rücklagen zu den reichsten Kommunen im Landkreis München zählt, hat lange Erfahrung in Sachen Geldvermehrung durch Anlagen.

Trotzdem habe er "Blut und Wasser geschwitzt", als die Bremer Bank pleite gegangen sei, gibt der Unterföhringer Bürgermeister zu. Als die vier Millionen Euro auf den Unterföhringer Konten eingegangen seien, habe sich bei ihm große Erleichterung breitgemacht, erzählt Andreas Kemmelmeyer.

Davon kann in Oberschleißheim nicht die Rede sein. Der Crash der Bremer Privatbank hat die Gemeinde fünf Millionen Euro gekostet - und damit fast das ganze Vermögen. Erst seit 2019 hatte das Rathaus mehr als zwei Drittel seiner Rücklagen in einer Anlage bei der Greensill Bank konzentriert. Die Einlagensicherung für Geldvermögen von Kommunen war da längst nicht mehr gültig.

© SZ vom 30.04.2021
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