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Unterföhring:Der Sammler und Erzähler wird 80

Passionierter Geschichtenerzähler und Kenner der Geschichte: Heinrich Frey, Ortschronist von Unterföhring, wird 80.

(Foto: Robert Haas)

Niemand kennt die Geschichte von Unterföhring so gut und niemand kann so viele Geschichten dazu erzählen wie Ortschronist Heinrich Frey. An diesem Donnerstag feiert er seinen 80. Geburtstag.

Geschichte und Geschichten: In diesen beiden Angelegenheiten kann Heinrich Frey so schnell niemand etwas vormachen. Und kaum einer kann solch schöne Geschichten erzählen, wie der Unterföhringer Ortschronist. An diesem Donnerstag feiert Frey seinen 80. Geburtstag, und es ist anzunehmen, dass er seine Gäste auch zu diesem Anlass mit der einen oder anderen Anekdote aus seinem und dem Leben in Unterföhring unterhalten wird.

Wer mit Heinrich Frey in der Gemeinde unterwegs ist, der kann sich sicher sein, dass dieser an jedem historischen Platz und Gebäude nicht nur die Fakten parat hat, sondern dass er als Beigabe immer noch eine Geschichte zu erzählen hat - über die Menschen, deren Freud' und Leid, Irrungen und Wirrungen. Frey kennt alle diese Geschichten, und er ist bekannt im Ort. Nicht nur die älteren Unterföhringer kennen und schätzen ihn, auch so mancher Grundschulklasse hat er bereits im Heimatmuseum auf seine humorvolle und unterhaltsame Art von den alten Zeiten in der Gemeinde erzählt.

Freys Wirken für seinen Heimatort geht vor allem auf die 800-Jahr-Feier zurück, die Unterföhring 1980 beging. Frey war ganz maßgeblich an der Erstellung der großen Gemeindechronik beteiligt, und auch die Organisation des historischen Festzugs lag in seiner Hand. Für die Jubiläums-Chronik durchforstete Frey sein großes privates Archiv.

Das Museum "Feringer Sach" geht auf seine Initiave zurück

Das Sammeln von Einzelheiten über Orte und Menschen gehört seit jeher zu den Leidenschaften Freys, ebenso das Bewahren von Alltagsgegenständen, die Zeugnis geben darüber, wie die Unterföhringer in längst vergangenen Zeiten gelebt und gearbeitet haben. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass der Museumsverein "Feringer Sach" 1982 gegründet wurde und seit dieser Zeit mit sehr großem Erfolg arbeitet. Mittlerweile zählt der Verein mehr als 160 Mitglieder.

Das gleichnamige Museum öffnete im Jahr 2000 in den Räumen des ehemaligen Gandl-Kinos an der Bahnhofstraße 12 seine Pforten. Heinrich Frey hat zusammen mit seinen Mitstreitern zahlreiche Ausstellungen konzipiert. Mehr als 16 000 Gäste haben das Museum, das mit einer historischen Schlosserwerkstatt und einem Depot über zwei Außenstellen verfügt, bis heute besucht. Viele Unterföhringer haben über die Jahre Bilder, Möbel, Werkstatteinrichtungen, Dinge des täglichen Gebrauchs, landwirtschaftliche Geräte und Besonderheiten ins Depot oder Museum gebracht. Auch Geschichten und Begebenheiten aus dem alten Unterföhring wurden gesammelt und dokumentiert. Und viele davon dürften von Heinrich Frey stammen, der 2005 wegen seine Engagements mit der Unterföhringer Bürgermedaille ausgezeichnet wurde.

Unterföhring Eine Lok für den Bahnhof
Unterföhring

Eine Lok für den Bahnhof

Der Heimatverein "Feringer Sach" restauriert eine alte Schmalspur-Diesellok. Sie diente einst der Firma Moll und soll künftig an prominenter Stelle stehen.   Von Sabine Wejsada

Unterföhring liegt dem Jubilar seit jeher ganz besonders am Herzen, was jedoch nicht heißt, dass es den Vater von zwei Söhnen nicht in die Welt hinausgezogen hätte: "Er ist viel herumgekommen - und wir damit auch", sagt Freys Sohn Michael und erinnert sich zum Beispiel an einen längeren Aufenthalt in Rio im Jahr 1970. Das Reisen hat Heinrich Frey beibehalten, der von Berufs wegen bis zu seinem Ruhestand als Flight Manager der Lufthansa am Boden blieb. Ebenso wie sein Faible für fremde Sprachen, fremde Länder samt ihrer Geschichte und der ihrer Menschen. Ganz oben aber steht die bayerische Geschichte im allgemeinen und die Unterföhringer im speziellen. Darüber hinaus ist der Jubilar ein "begnadeter Kirchenführer" und Sänger, wie Weggefährten bezeugen. Und "einer, an dem ein Archäologe verloren gegangen ist". Womit wir wieder bei der Geschichte und den Geschichten wären.