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Unterföhring:Kleine Wohnungen für Jung und Alt

Die Gemeinde konkretisiert Vorgaben für das Wehnerhof-Areal

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Die alten Gebäude sind längst abgerissen, die meisten Bäume gefällt und ein hoher Zaun schirmt das freigeräumte Areal zur Münchner Straße hin ab: Vom Wehnerhof in Unterföhring ist nichts mehr übrig. Auf dem früheren landwirtschaftlichen Anwesen, das der Gemeinde gehört, sollen schon bald 19 bis 20 erschwingliche Wohnungen gebaut werden. Ehe aber die ersten Bagger anrollen können, steht noch ein Architektenwettbewerb an. Für diesen hat der Gemeinderat nun die Planvorgaben konkretisiert.

Auf dem 1650 Quadratmeter großem Grundstück an der Münchner Straße 85 sollen zum allergrößten Teil schwellenfreie und behindertenfreundliche kleine Wohneinheiten für Senioren, aber auch für junge Unterföhringer entstehen. Wenn möglich, sind in dem Gebäudekomplex auch jeweils zwei Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen für Familien mit Kindern unterzubringen, wie der Gemeinderat einstimmig beschlossen hat. Zwingende Vorgaben zu den Baustoffen hat das Gremium nicht gemacht, einige Dinge aber müssen sein: Unterföhring setzt bei den neuen Wohnungen auf Nachhaltigkeit und einen reduzierten Energieverbrauch sowie regenerative Energiequellen. Der Gemeinderat hat die Bauservice GmbH der Baugesellschaft München-Land bereits vor geraumer Zeit damit beauftragt, mit fünf Architekturbüros einen Planwettbewerb in die Wege zu leiten, für den es nun die Vorgaben brauchte.

Vor allem die SPD-Fraktion hatte sich in der Vergangenheit dafür eingesetzt, auf dem Gelände des Wehnerhofes kleine Wohnungen zu bauen. Fraktionssprecher Philipp Schwarz betonte in der jüngsten Sitzung diese Absicht und erinnerte daran, dass man auf diesem Wege Anreize zum Wohnungstausch schaffen kann - etwa für Senioren, die aktuell in größeren Gemeindewohnungen leben und auf den Wehnerhof umziehen könnten, wenn der Mietpreis stimmt und die Umzugskosten übernommen werden. Doch auch junge Unterföhringer, die von daheim ausziehen wollen, sich aber die horrenden Mieten auf dem freien Markt nicht leisten können, sollen auf dem Wehnerhof eine Chance bekommen. Deshalb hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass ein Mitglied des örtlichen Seniorenbeirats und die oder der Jugendbeauftragte dem Preisgericht im Architektenwettbewerb als Berater zur Seite stehen.

© SZ vom 16.02.2021
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