Nachruf auf Klaus LäßingDie Gemeinde ging vor

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Klaus Läßing war 18 Jahre lang Bürgermeister von Unterföhring, zuletzt für die Parteifreie Wählerschaft. Für die sitzt er seit 2014 wieder im Gemeinderat.
Klaus Läßing war 18 Jahre lang Bürgermeister von Unterföhring, zuletzt für die Parteifreie Wählerschaft. Für die sitzt er seit 2014 wieder im Gemeinderat. Robert Haas

Klaus Läßing war 18 Jahre Bürgermeister in Unterföhring, erst für die SPD, dann für die Parteifreie Wählerschaft. Jetzt ist er mit 88 Jahren gestorben.

Von Laura Geigenberger, Unterföhring

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„Erst kommt die Gemeinde, dann das andere“, sagte Klaus Läßing im Juni 2016 über seine Prioritäten. Entsprechend bescheiden war kurz zuvor die Feier zu seinem 80. Geburtstag ausgefallen: Statt sich ein „großes Brimborium“ zu leisten, spendete der ehemalige Unterföhringer Bürgermeister zu seinem Ehrentag dem Feringahaus, dem er seit Jahrzehnten stark verbunden war, 10 000 Euro und verreiste danach für einige Tage. „Ich wollte sicherstellen, dass es nicht heißt, der drückt sich davor, einen auszugeben“, sagte er hinterher.

Nicht als Geburtstagsgeschenk, sondern als Anerkennung seiner „herausragenden Leistungen“, wurde Läßing im selben Jahr vom Gemeinderat der Titel „Altbürgermeister“ verliehen – nachdem er 2002 schon den Ehrenring erhalten hatte. 18 Jahre, von 1984 bis 2002, stand er der Rathausverwaltung vor; zwischen 2014 und 2016 engagierte er sich ein weiteres Mal in der Kommunalpolitik, diesmal als Gemeinderat für die Parteifreie Wählerschaft (PWU).

Eigentlich war Läßing gebürtiger Hamburger und Sozialdemokrat; schon 1956, als 20-Jähriger, trat er der SPD bei. Über mehrere Stationen kam der gelernte Kaufmann nach Bayern. 1977 zog er nach Unterföhring und wurde sogleich unabdingbar in der Kommunalpolitik: Kaum angekommen, trat er dem SPD-Ortsverein bei, übernahm bald dessen Vorsitz und dann auch die Bürgermeisterkandidatur, als 1984 feststand, dass der damalige Bürgermeister Ernst Eckhardt nach der laufenden Amtsperiode aufhören würde. Die nötige Stichwahl gegen Martin Weichselbaumer (CSU) gewann er mit einer Mehrheit von 52 Stimmen.

Zwölf Jahre lang war Läßing mit rotem Parteibuch unterwegs, ehe ihn die SPD als Amtsinhaber nicht noch einmal nominierte und stattdessen Franz Schwarz den Vorzug gab. Verärgert wechselte Läßing daraufhin zur PWU – und gewann 1996 für diese die Wahl. Sechs Jahre später trat er schließlich aus Altersgründen ab. Als Rathauschef verwirklichte Läßing mit dem Sportzentrum an der Jahnstraße eines seiner zentralen Wahlversprechen; er schaffte den Grundstock an Gemeindewohnungen für Unterföhringer Bürgerinnen und Bürger, brachte das Gewerbegebiet mit einem neuen Verkehrskonzept voran und machte das Unterföhringer Bürgerfest sowie den Christkindlmarkt zur Tradition.

Mit seiner Kandidatur für den Gemeinderat 2014 wollte Läßing der PWU etwas zurückgeben, wie er selbst sagte. Seine Zeit in der Kommunalpolitik währte noch zweieinhalb Jahre, dann übergab er den Sitz an Gertrud Mörike. „Wann, wenn nicht jetzt?“, sagte er damals. Aktiv blieb Läßing dennoch; als Wanderführer bot er über Jahre hinweg, auch noch als 80-Jähriger, im Programm des Feringahauses Ausflüge an – sie waren zumeist ausgebucht.

Als „hochgeschätzten, zugewandten Mitbürger und Lenker“, der „wichtige Fundamente“ für die Entwicklung der Gemeinde gelegt und die sozialen Maßstäbe im Ort „hoch angesetzt und hochgehalten“ habe, preist die Kommune den engagierten Unterföhringer in ihrem Nachruf. Am Dienstag ist Klaus Läßing im Alter von 88 Jahren gestorben.

Von Montag, 26. Mai, an liegt im Rathaus Unterföhring ein Kondolenzbuch aus. Der Bestattungstermin wird noch bekannt gegeben.

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