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Unterföhring:Gymnasium bekommt eigene Sportanlagen

Weil der Sportpark erst in vier Jahren zur Verfügung steht, plant die Gemeinde eine Interimslösung

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Weil der benachbarte Sportpark frühestens in vier Jahren fertig wird, baut die Gemeinde Unterföhring temporäre Sportflächen für das neue Gymnasium. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Diese könnten in Zukunft auch von der Grundschule genutzt werden.

Beim neuen Sportpark mit Hallenbad, Fußballplätzen und Leichtathletikanlage hat der Gemeinderat aufgrund der Corona-Krise schon im Juli den Rotstift angesetzt - und das Großprojekt vorerst auf Eis gelegt. Bei dem mit Gesamtkosten in Höhe von knapp 98 Millionen Euro veranschlagten Projekt sollen nur die Planungen bis zur sogenannten Leistungsphase 6, also zur Vorbereitung der Vergabe der Arbeiten, sowie die Ausschreibung zum Erdbau umgesetzt werden. Alles Weitere wird auf Geheiß des Finanzausschusses und nach einstimmigem Beschluss des Gemeinderats bis 2021 zunächst gestoppt. Dadurch verzögert sich die Fertigstellung.

Das hat Konsequenzen für das neue Gymnasium, dessen Schüler die Leichtathletikanlagen im Sportpark nutzen sollten. Damit trotzdem unter freiem Himmel Unterrichtsstunden in Weitsprung, beim Kugelstoßen und im 100-Meter-Lauf stattfinden können, hat der Gemeinderat die Errichtung von temporären Sportflächen an der Dieselstraße beschlossen. Dafür genutzt wird das Gelände des früheren Interims-Parkplatzes für Beschäftigte von Firmen im Gewerbegebiet, der nach Eröffnung der Parkhäuser nicht mehr nötig ist.

Bis Ende des Jahres wird das Areal noch für die Schulcampus-Baustelle genutzt, 2021 dann soll es mit den Vorbereitungen für das Anlegen von Sportflächen losgehen. "Eine solche Lösung hätte man so oder so gebraucht", sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft) im Gemeinderat. Auch ohne coronabedingte Verzögerung beim neuen Sportpark wäre eine Provisorium für das Gymnasium notwendig geworden, sagte der Rathauschef und übergab das Wort an Schulleiterin Betina Mäusel, die dem Gemeinderat die Ideen und Pläne dafür vorstellte.

Sie warb um Zustimmung und unterstrich die Bedeutung des Sportunterrichts im Freien für die Schülerinnen und Schüler. Gerade in Zeiten der Pandemie sei es wichtiger denn je, dass sich Kinder und Jugendliche im Freien bewegen könnten. Darüber hinaus stehe Leichtathletik auf dem Lehrplan. Mäusel geht davon aus, dass die Sportflächen mindestens fünf Jahre lang genutzt werden könnten - wenn nicht sogar länger oder dauerhaft, da auch die Buben und Mädchen der Grundschule Platz brauchten.

Die Kosten für das Projekt werden auf etwas mehr als 300 000 Euro geschätzt. Errichtet werden auf dem 8400 Quadratmeter großen Areal in der Nähe des Schulcampus Bereiche für Basketball und Rasen- Ballsportarten, vier 100-Meter-Laufbahnen sowie Anlagen für Kugelstoßen, Weit- und Hochsprung. Der Sportplatz wird eingezäunt. Weil es sich bei der Fläche bis vor kurzem um einen Parkplatz für 600 Autos handelte, ist der Untergrund bereits hergerichtet, wie der Bürgermeister sagte.

Unterföhring hat in der Vergangenheit schon mehrfach Interimslösungen finden müssen, die dann zu Dauereinrichtungen wurden, wie zum Beispiel für Kinderkrippen oder Horte, wo hochwertige Baumaterialien und Module aufgestellt wurden. Gleiches dürfte nun bei den Flächen für das Gymnasium gelten, wo ein kleines Stadion für den Schulsport entstehen könnte.

© SZ vom 20.11.2020

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