Gut ein halbes Jahr war Ruhe im Unterföhringer Gemeinderat, nachdem die Grünen-Gemeinderäte Peter Scholler, Gisela Fischer und Johannes Mecke vergangenen September ihre Fraktion im Streit verlassen und sich unter dem Namen „UFG“ („Unabhängig + Fortschrittlich + Grün“) zusammengeschlossen hatten. Nun haben sich die drei Abtrünnigen auch von diesem Bündnis verabschiedet, um der Partei Volt beizutreten. Damit gibt es in Unterföhring nun die erste eigene Volt-Fraktion Bayerns.
„Volt steht für pragmatische Politik und gelebte europäische Zusammenarbeit – genau das wollen wir in Unterföhring weiter voranbringen“, erklären Scholler, Fischer und Mecke, der auch Dritter Bürgermeister ist. Als erste Fraktion des jungen progressiven, nach eigenem Verständnis „paneuropäisch“ ausgerichteten Bündnisses im Freistaat wollten sie Unterföhring „nachhaltig und europäisch verbunden“ weiterentwickeln: „Unser Ziel ist es, bewährte Konzepte und innovative Ansätze aus ganz Europa auf Unterföhring zu übertragen – immer mit Blick auf die tatsächlichen Bedürfnisse vor Ort.“
Die Zitate stammen aus zwei am Mittwochabend verschickten Pressemitteilungen von Volt. Über diese schriftlichen Erklärungen hinaus will sich das Trio nicht zu seiner parteipolitischen Neuausrichtung äußern. Der bayerische Landesverband von Volt begrüßt in einer der Pressemitteilungen den kommunalpolitisch erfahrenen „Zuwachs“ in Unterföhring als „weiteren Meilenstein“ im Ausbau der Partei auf lokaler Ebene.
Im vergangenen Sommer hatten Scholler, Fischer und Mecke angekündigt, im Rahmen des UFG-Bündnisses weiterhin für die „grüne Sache“ in der Mediengemeinde einstehen zu wollen. Bei den lokalen Grünen, für die sie bis dahin jahrzehntelang im Gemeinderat engagiert hatten, seien sie dazu zuletzt nicht mehr imstande gewesen, sagten sie damals.
Von einem „zerrütteten Verhältnis“ zum Grünen-Ortsverband, insbesondere dessen Doppelspitze Thomas Holler und Saran Diané, sowie von Altersdiskriminierung Respektlosigkeit, gar von Mobbing, war die Rede. Die beiden Ortsvorsitzenden wiederum wiesen die Vorwürfe entschieden zurück. Angesichts der neuesten Entwicklung geben sie sich gleichgültig. „Für uns als Ortsverband spielt diese Umbenennung keine weitere Rolle“, erklärt etwa die einzig verbliebene Grünen-Gemeinderätin Diané.
Aufatmen dürfte die örtliche SPD: Nach der Gründung des UFG-Bündnisses monierten sie für den Kommunalwahlkampf eine Verwechslungsgefahr mit ihrem Logo: ein rotes Herz mit dem weißen Schriftzug „Ufg“ als gängiges Kürzel für die Gemeinde. Zumindest dieser Konflikt ist nun ein für alle Mal vom Tisch.

