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Unterföhring:Großereignis um Großereignis

Sportpark, Schulcampus, kostenslose Kinderbetreuung, Isarbrücke - die Gemeinde treibt ihre Großprojekte voran

Einen laut Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft, PWU) "absoluten Rekordhaushalt" hat der Unterföhringer Gemeinderat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen: Mit einem Gesamtvolumen von 293,6 Millionen Euro veranschlagt die Kämmerei Ausgaben und Einnahmen, die um knapp 57 Millionen Euro höher ausfallen als 2017. Die im Vermögenshaushalt geplanten Investitionen für das laufende Jahr betragen 162,6 Millionen Euro. Unterföhring wird damit 61,2 Millionen Euro mehr ausgeben als im Vorjahr.

Die Liste der anstehenden Projekte ist lang, wie der Bürgermeister in der Sitzung aufzählte: So würden Ende 2018 die Arbeiten zum Einbau von Aufzügen in den gemeindeeigenen Wohnhäusern an der Fichtenstraße abgeschlossen sein, und auch das Gebäude von Volkshoch- und Musikschule in der neuen Ortsmitte soll im Januar 2019 fertig sein. Die Tiefgarage an der Jahnstraße soll im Herbst 2018 in Betrieb gehen, nach der Sommerpause soll das sanierte Sportzentrums wieder von den Vereinen genutzt werden können. Und der Abschluss der Bauarbeiten für den Lärmschutz am Autobahnostring der A 99 ist für Ende 2019 terminiert steht ebenso auf der Agenda.

Zu den Vorhaben, mit denen laut Kemmelmeyer in diesem Jahr begonnen werden soll, gehören der Sportpark mit Hallenbad, die neue Brücke über den Isarkanal, das zweite Parkhaus im Gewerbegebiet und die Erweiterung der Kläranlage, die dann bis Anfang 2020 ertüchtigt sein soll. Los geht es 2018 darüber hinaus mit dem größten Projekt in der Geschichte der Gemeinde Unterföhring: Am 21. März ist Spatenstich für den 149 Millionen Euro teuren Schulcampus mit Gymnasium und zweiter Grundschule. "Das wird ein Großereignis", ist sich der Bürgermeister sicher, zu dem auch Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) kommen werde. "Wir investieren nachhaltig in die Bildung", sagte Kemmelmeyer.

2018 ist in Unterföhring ebenso ein Jahr der Planungen, und zwar für den Bau der etwa 20 gemeindeeigenen Wohnungen am Germanenweg, für den Neubau des Bauhofes an der Birkenhofstraße, des Gockl-Wirts, des Feuerwehrhauses und des Feststadls. Weiter gehen soll es mit den Vorbereitungen in der neuen Ortsmitte zum Rathausneubau und der Verlegung der Leitungen des kommunalen Geothermieunternehmens Geovol.

"Nach realistischer Kostenschätzung und umsichtiger Finanzplanung werden uns all diese Projekte bis Ende 2021 rund 293,7 Millionen Euro kosten", sagte der Bürgermeister. Trotz dieser großen Investitionen werde Unterföhring 2021 allerdings immer noch Rücklagen in Höhe von 148 Millionen Euro haben, so Kemmelmeyer. Aktuell verfügt die Kommune über ein Polster von 441 Millionen Euro, braucht dementsprechend keine Kredite und hat natürlich keine Schulden.

Wie bereits in den vergangenen Jahren müssen sich die Unterföhringer auf keine Einschnitte gefasst machen: So müssen Eltern keine Gebühren für Krippe, Kindergärten und Horte bezahlen, die 56 Vereine am Ort dürfen sich laut Bürgermeister weiterhin auf eine "großzügige Unterstützung" einstellen, es werden keine Gebühren für Feuerwehr und Straßenausbau erhoben, die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuern bleiben stabil. Für 2018 liegt der Gewerbesteuer-Ansatz bei 85 Millionen Euro. Die Zahlungen der Unternehmen und Betriebe eröffneten der Kommune einen großen Spielraum, sagte Kemmelmeyer. Die Fraktionen im Gemeinderat waren sich einig, die Ausgaben und vor allem die Folgekosten von Projekten im Auge zu behalten.

© SZ vom 10.02.2018
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