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Unterföhring:Flugasche aus Kohleblock geht in Siedlung nieder

Die Anwohner im Bereich der Unterföhringer Siedler- und Ringstraße staunten nicht schlecht, als sie am vergangenen Freitag ins Freie traten: Autos, Gartenmöbel und Dächer waren mit weißer Flugasche bedeckt. Verantwortlich für den "Schneefall" an diesem schönen Spätsommertag war das Heizkraftwerk München-Nord. Wie Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft, PWU) am Mittwochabend im Umweltausschuss berichtete und die Stadtwerke München (SWM) am Donnerstag auf Anfrage bestätigten, wurde am Nachmittag des 10. September der Kohleblock in der Anlage nach zwölf Wochen Revision-Stillstand wieder angefahren. Dabei sei es am Freitagvormittag zum Austrag von Asche-Partikeln über den Kamin gekommen, so ein Sprecher der Stadtwerke. Die kleinen Partikel hätten sich im Kraftwerksbereich sowie in dem nahegelegenen Siedlungsgebiet abgesetzt. Nach ersten Erkenntnissen könnte die Schwachlastfahrweise vor der Revision dazu geführt haben, dass es zu verstärkten Ablagerungen kam, so die Kraftwerksbetreiber. Beim Wiederanfahren von Block 2 seien die Ablagerungen mit dem Rauchgasstrom mitgerissen worden. Ein von den SWM beauftragter Gutachter soll Schäden der Anwohner regulieren.

Bei der Flugasche handele es sich um einen nicht gefährlichen Stoff, eine Gefährdung von Anrainern oder Mitarbeitern habe nie bestanden, heißt es in einer E-Mail an das Rathaus. Die Stadtwerke haben dennoch die Regierung von Oberbayern über den Vorfall informiert. Laut dem Unterföhringer Bürgermeister wurde ein nahe gelegener Spielplatz gesperrt.

© SZ vom 18.09.2020 / sab

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