24 Grad im Schatten. Glasklares Wasser. Der Feringasee in Unterföhring lädt am Dienstagnachmittag dazu ein, sich mit einem Sprung ins Wasser zu erfrischen. Und es spricht auch aus hygienischen Gründen nichts dagegen – so wie bei 98 Prozent der Badeseen in Bayern. Um diese Botschaft kurz vor den Ferien zu verbreiten, hat sich die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) mit dem Präsidenten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Christian Weidner, an dem beliebten Badesee im Münchner Norden verabredet. Gerlach zieht am Steg der Wasserwacht vor den Journalisten mit einem an einer langen Stange befestigten Döschen eine Probe. Und verkündet: „In Bayern steht dem ungetrübten Badespaß nichts entgegen.“
Natürlich muss die von Ministerhand gezogene Wasserprobe erst im Labor des LGL in Oberschleißheim untersucht werden. Aber die positive Nachricht steht praktisch fest. Das LGL entnimmt von April bis September an 374 Badestellen, die nach der Badegewässer-Richtlinie der Europäischen Union (EU) offiziell an 274 Seen ausgewiesen sind, monatlich Proben. Ausweislich dieser Untersuchungen verfügen laut Christian Weidner 98 Prozent der Badegewässer über eine ausgezeichnete oder gute Wasserqualität. Bei dem aus Grundwasserquellen gespeisten Feringasee heißt das etwa laut der Probe vom 8. Juli: 43 Escherichia-coli-Bakterien pro 100 Milliliter –der Grenzwert, ab dem der See fürs Baden gesperrt würde, liegt bei 1800. Entscheidend ist Weidner zufolge für die Einstufung als EU-Badegewässer der längerfristige Blick auf die Werte der vergangenen vier Jahre.
Die Qualität der Badegewässer hat sich in den vergangenen 30 Jahren laut LGL-Präsident Weidner in Bayern durchgehend verbessert. Der Gewässerschutz habe Fortschritte gemacht. Probleme entstünden heute durch Zuflüsse oder wenn Menschen oder auch Wasservögel Fäkal-Keime einbrächten. Auch über die starken Regenfälle der jüngsten Zeit würden mitunter aus angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen oder Wiesen Keime eingeschwemmt. Aber: „Ein ordentlicher See kann das wegstecken“, sagt Weidner. Vereinzelt gebe es kleine Seen mit Blaualgen-Problemen.
Am Dienstag ziehen nur einige wenige Schwimmer Bahnen durch den See. Vereinzelt stehen bunte Sonnenschirme in dem ausgedehnten Erholungsgebiet. Aber die Ferien kämen, sagt Ministerin Gerlach. Um Spaß zu haben, und sich zu erholen, „muss man nicht an irgendwelche Meere fahren“.

