Unterföhring Die Quadratur des Ovals

So stellen sich die Planer das Eingangstor zum Sportpark mit dem Vereinsheim vor.

(Foto: KPLAN AG/Mal Gebhard Konzepte)

Der Siegerentwurf für den künftigen Sportpark belehrt die Skeptiker im Unterföhringer Gemeinderat eines Besseren: Alle Wünsche der örtlichen Vereine können trotz des begrenzten Platzes erfüllt werden

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Im zukünftigen Unterföhringer Sportpark, den die Gemeinde an der Mitterfeldallee bauen wird, hat alles Platz, was sich die örtlichen Vereine wünschen. Der Siegerentwurf stammt vom Büro Kplan, das sich mit den Münchner Landschaftsarchitekten Mahl-Gebhard-Konzepte beworben hatte, wie der Unterföhringer Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft) nun im Gemeinderat verkündete.

Sechs Büros hatten ihre Arbeiten vorlegt, die Ideen der Bietergemeinschaft hätten das Preisgericht überzeugt, sagte er und lobte den Entwurf, weil der Sportpark zusammen mit dem Schulcampus auf der anderen Straßenseite "ein stimmiges Ensemble" bildet. Auch der Gemeinderat fand Gefallen an den Plänen und beauftragte das Büro mit der Realisierung.

Die Antwort der Architekten, wie auf dem 100 000 Quadratmeter großen Gelände all die Wünsche der künftigen Nutzer untergebracht werden sollen und wo das Hallenbad situiert werden kann, beeindruckte das Gremium. Grünen-Gemeinderätin Gisela Fischer, selbst Architektin und im Preisgericht vertreten, berichtete, dass vor allem die Platzierung der Schwimmhalle, die erhöht und mit Glasfassaden über dem Rasen thront, die Jury überzeugt habe. "Das hat uns allen sehr gefallen." Ihr CSU-Kollege Franz Solfrank versicherte, seine Bedenken, dass auf dem Areal alles untergebracht werden könne, seien angesichts der Pläne nun ausgeräumt: "Der Sportpark bildet eine Einheit nach außen und nach innen", sagte er.

So werden künftige Grundschüler und Gymnasiasten Leichtathletik im neuen Sportpark machen, der FC Unterföhring bekommt fünf Plätze, einer davon ist als kleines Stadion gedacht, das die Anforderungen des Verbandes für die Regionalliga erfüllt, der Rugby-Club kann sich auf ein Spielfeld freuen und die Stockschützen erhalten sechs Bahnen mit Dach oder gleich eine Halle; zudem wird Unterföhring für den TSV zwei Beachvolleyball-Plätze bauen und mit Laufbahn und Sprunggrube die Möglichkeit schaffen, eine Leichtathletik-Abteilung zu gründen. Fertig sein soll der Sportpark im Herbst 2020.

Zur Straße hin werden die Hochbauten angeordnet: Das Hallenbad und ein Haus für die Vereine mit Gastronomie, Umkleiden und Sauna sowie Fitnessbereich. Zudem entsteht eine Tiefgarage mit 300 Stellplätzen, die nach Vorschlag von Thomas Weingärtner (SPD) eine weitere Zufahrt von der Dieselstraße aus bekommen soll. In einem öffentlichen Bereich sollen aktive Unterföhringer ohne Vereinsbindung Sport treiben können. Geplant sind ein Kunstrasenplatz, ein Abenteuerspielplatz, eine Ballwand mit Netzen, Tischtennisplatten sowie zwei Mehrzweckplätze.

Auch wenn der Entwurf vom Preisgericht die Bestnote bekommen hat, müssen die Planer ein wenig nachbessern, damit daraus eine Eins mit Stern wird: So sollen zum Beispiel die Rasenplätze anders angeordnet werden, damit die Sportler nicht von der Sonne geblendet werden.

Nach Ablauf der Einspruchsfrist bei der Vergabekammer werden die Wettbewerbsentwürfe für den Sportpark Unterföhring vom 18. September bis zum 20. Oktober im Rathaus ausgestellt.