Seit einigen Tagen halten Drohnensichtungen die Europäer in Aufregung. Verena Jackson, Senior-Researcher am Center for Intelligence and Security Studies an der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg, weiß sie einzuordnen und weiß auch, welche Maßnahmen zum Schutz notwendig sind. „Die jüngsten Drohnenüberflüge über Polen und im Umfeld der Flughäfen in Kopenhagen und Oslo sind keine isolierten Vorfälle, sondern Mosaiksteine in einem größeren Bild hybrider Bedrohungen“, sagt sie. Jeder einzelne wirke harmlos, zusammen ergäben sie ein Muster, „das die Verwundbarkeit Europas deutlich sichtbar macht“.
Drohnenüberflüge könnten gezielt und flexibel eingesetzt werden, um Unsicherheit zu erzeugen und Abläufe zu stören, sagt die Expertin. Sie betont, dass Flughäfen zu den sensibelsten Bereichen unserer kritischen Infrastruktur zählten. Schon kleine Störungen könnten den gesamten Flugbetrieb lahmlegen, was massive wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen habe. Als Schutz sieht sie daher Maßnahmen in drei Bereichen als notwendig an: technisch seien „effektive Aufklärungs- und Abwehrsysteme“ nötig. Rechtlich fordert sie „klare und praktikable Regeln“. Politisch brauche es die „unmissverständliche Botschaft“, dass jeder unautorisierte Drohnenflug aus dem Ausland grundsätzlich eine Verletzung staatlicher Souveränität darstelle und Europa dies nicht kommentarlos hinnehmen werde.

