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Umweltpolitik:Eigener Klimaschutzmanager für Baierbrunn

Baierbrunn ist eine erklärte Klimaschutzgemeinde.

(Foto: Claus Schunk)

Die Gemeinde will sich die Stelle nicht mit Neuried teilen, sucht aber erst einmal nur eine 20-Stunden-Kraft

Von Udo Watter, Baierbrunn

Dass Baierbrunn als erklärte Klimaschutzgemeinde eine Fachkraft einstellen soll, die die teilweise schon beschlossenen Maßnahmen bündeln und zielgerichtet in Angriff nehmen soll, ist im Gemeinderat Konsens. In welcher Dimension die Stelle ausgeschrieben werden soll, darüber gab es in der jüngsten Sitzung allerdings Differenzen. Eine Anfrage der Gemeinde Neuried an Baierbrunn, sich einen Umweltmanager, der eine Vollzeitstelle bekleiden würde, zu teilen, fand nicht übermäßige Resonanz. Schäftlarn und Straßlach-Dingharting hatte das ja vor Kurzem beschlossen, aber Bürgermeister Patrick Ott (Überparteiliche Wählergruppe, ÜWG) gab zu bedenken, dass es etwas anderes sei, wenn zwei - über die Isar - benachbarte Gemeinden so etwas täten oder andererseits zwei Kommunen, die doch weiter auseinander lägen wie Neuried und Baierbrunn.

Ansprechender fanden die Mitglieder die Möglichkeit, einen Klimaschutzmanager in Teilzeit einzustellen, baldmöglichst und zunächst befristet auf die Dauer der staatlichen Förderung. Einen Disput gab es freilich darüber, ob die Stelle 20 oder 30 Stunden die Woche umfassen soll. Robert Gerb und Peter Tilmann von den Grünen plädierten für die höhere Stundenzahl und begründetet dies mit der Vielfalt an Aufgaben, die eine solche Position erfordere.

Uwe Harfich von der SPD hielt dem entgegen, dass es sinnvoller sei, erst einmal mit einer 20-Stunden-Stelle anzufangen, um dann zu sehen, ob das arbeitstechnisch genüge - danach könne man immer noch aufstocken. "Wir sollten da nicht zu viel nach vorn preschen", sagt er. Ein weiteres Argument gegen eine 30-Stunde-Stelle wurde angeführt: Damit würde die Chance verbaut, sich gegebenenfalls doch noch eine Vollzeitstelle mit einer anderen Gemeinde zu teilen - das geht nur mit einer 20-Stunden-Stelle. Vielleicht war dieser Punkt mit ausschlaggebend, dass sich zum Ärger der Grünen eine knappe Mehrheit von acht zu sieben Gemeinderäten für eine 20-Stunden-Stelle entschied. Die weiteren Schritte, welche die Verwaltung für die Schaffung des Postens gehen muss, wurden danach einstimmig gebilligt.

Nicht ganz einer Meinung waren sich die Vertreter der Grünen und der SPD auch bei der eigentlich schon beschlossenen Anschaffung eines Neufahrzeugs für den Bauhof: Das soll ein E-Fahrzeug sein, und nicht Diesel-betrieben wie bisher. Anton Ley von der SPD stellte die Zweckmäßigkeit des Wagens in Frage (wie auch schon Bauamtsleiter Patrick Kohlert). Dieser Punkt soll nun noch einmal im Umwelt- und Mobilitätsausschuss behandelt werden.

© SZ vom 08.12.2020
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