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Umwelt:Reges Interesse an Klimaschutz

Pullach will Mittel für sein Förderprogramm aufstocken

Von Michael Morosow, Pullach

Nicht oft kann eine bevorstehende Kostenexplosion als Zeichen guter Arbeit gesehen werden. Im Umweltamt der Gemeinde Pullach jedenfalls freut man sich darüber, dass im Energiesparfördertopf der Kommune bereits der Boden zu sehen ist - was heißt: Auf die Förderangebote hat ein Run eingesetzt, der Angebotskatalog muss also attraktiv sein. Logische Folge der starken Nachfrage soll nun eine Aufstockung der Fördermittel von bisher 90 000 Euro auf 200 000 Euro sein. Der entsprechende Antrag der Verwaltung wird dem Gemeinderat am Dienstag, 23. Juni, zur Abstimmung vorgelegt.

Als das Gremium in seiner Novembersitzung das erst ein halbes Jahr zuvor beschlossene Energiesparprogramm novellierte und bei dieser Gelegenheit gleich in "Klimaschutzprogramm" umbenannte war die Nachfrage nach den deutlich erweiterten Angeboten die große Unbekannte im Rechenspiel des Umweltamtes. Und so wurde für den "Klimaschutz XXL" vorläufig eine eher magere Fördersumme von 90 000 Euro bereitgestellt. Der Versuchsballon, den die Gemeinde steigen ließ, hat nun aber deutlich an Fahrt gewonnen, sodass es wohl so kommen wird, wie Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) damals ankündigte: Wenn ein Run einsetze, müsse der Gemeinderat für den Haushalt Sonderausgaben genehmigen.

Besonders erfreut ist man im Umweltamt über die große Nachfrage im Bereich des Förderbausteins "Energie", mit dem insbesondere Hausbesitzer angesprochen werden, sieht man dort doch das größte Potenzial zum Einsparen klimaschädlicher Emissionen. Vor allem die Förderung von Fotovoltaikanlagen mit 250 Euro pro Kilowatt-Peak stieß auf Interesse, zumal der Fördersatz um 50 Euro höher liegt als in der Landeshauptstadt. Aber auch andere Energiebausteine wie etwa der zur Fernwärmeförderung seien sehr gut angekommen, sagte Umweltamtsleiter Bernhard Rückerl auf Nachfrage.

Bei einem der 26 Förderbausteinen ist der Versuchsballon allerdings noch nicht vom Boden weggekommen: Das durchaus bemerkenswerte Angebot für Senioren, die Kosten ihres MVV-Jahresabonnements für drei Jahre vollständig von der Gemeinde erstattet zu bekommen, wenn sie ihren Führerschein für diese Zeit abgeben, ist bislang ein Ladenhüter. Grund dafür ist aber wohl nicht die fehlende Akzeptanz dieser Offerte, sondern eher die Tatsache, dass der in Coronazeiten teils erheblich eingeschränkte Fahrplan Interessenten von einem Umstieg auf Bahn und Bus vorerst abgehalten hat.

© SZ vom 22.06.2020

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