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Umfrage:Dem Stau auf der Spur

Stau auf Autobahn

Schon wieder Stau. Die Bundeswehruni will die Erfahrungen mit überlasteten Strecken wissenschaftlich analysieren.

(Foto: ddp)

Die Bundeswehruni befragt Pendler und Anwohner der Strecke B 471 zwischen Ismaning und Dachau zwecks Analyse.

Vor allem in der Früh und am Abend wälzen sich die Blechlawinen über die Bundesstraße B 471 von Haar nach Dachau. Kommt es dann auch noch auf einer der Autobahnen im Norden von München zu Unfällen, wie es fast tagtäglich der Fall ist, oder zu Sperrungen, dann geht auf der B 471 auch außerhalb der Rushhour so gut wie nichts mehr. Zu viele Autos, zu viele Lastwagen - zu viel Stau.

Mit einer dezidierten Umfrage will nun das Institut für Verkehrswesen und Raumplanung der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg ergründen, welche Erfahrungen Pendler und Anwohner mit der überlasteten Strecke machen. Laut Bundesverkehrswegeplan ist ein vierspuriger Ausbau der Straße zwischen Aschheim und Dachau geplant, allerdings ist das Projekt nicht in der höchsten Dringlichkeitsstufe und kann deswegen noch dauern. Die betroffenen Nord-Gemeinden im Landkreis München haben dazu eine Stellungnahme abgegeben, wonach sie den Ausbau kritisch sehen und stattdessen für eine Ertüchtigung einiger Knotenpunkte etwa in Ismaning und Garching plädieren.

In dem Projekt der Bundeswehruni soll nun die Situation zwischen Dachau und Ismaning genauer untersucht werden. Mit Hilfe der Erhebung, die online und anonym abläuft, wird die aktuelle Verkehrssituation auf der B 471 zwischenbewertet; im Anschluss sollen Möglichkeiten gefunden werden, "den Verkehr dort flüssiger zu gestalten", wie es in einer Mitteilung heißt. Die Umfrage sei Teil eines Projekts im Auftrag der BMW AG und des Staatlichen Bauamts Freising, schreibt die Pressestelle. Ziel sei es, "schnell umzusetzende Maßnahmen zu finden, die die Kapazität der Strecke erhöhen und somit den Verkehrsfluss verbessern können". Teilnehmen kann jeder, der die B 471 zwischen Ismaning und Dachau kennt.

Gefragt wird auch nach Fahrgemeinschaften

Gesucht werden bei der Erhebung Hinweise von Pendlern und Anwohnern, um sich ein Bild über die Brennpunkte und Stauursachen zu machen. "Wie häufig nutzen Sie Teile der B 471 zwischen Dachau und Ismaning?", heißt es da. Gefragt wird auch nach Fahrgemeinschaften. Wissenswert ist für die Forscher ebenso, wie die Pendler die Verkehrslage auf der Strecke insgesamt bewerten und ob es Tage gibt, "an denen es besonders schlimm ist". Dann geht es ins Detail: Das Institut der Bundeswehruni will in Erfahrung bringen, ob der Pendler die B 471 zwischen Ismaning und Dachau gerne häufiger nutzen würde, aber bevorzugt andere Wege fährt, weil es sich auf der Bundesstraße zu häufig staut.

Interessant für das Projekt sind detaillierte Angaben zu den genauen Streckenabschnitten und Uhrzeiten, zu denen die Autofahrer regelmäßig unterwegs sind. Untergliedert ist die B 471 in mehrere Etappen: So zum Beispiel vom Anschluss der Autobahn A 8 Dachau zur B 304, von dort in die Schleißheimer Straße, zum Anschluss an die A 92, bis nach Oberschleißheim über die B 13 bis zur A 9 und nach Ismaning und natürlich in Gegenrichtung.

Die Teilnehmer können auch Vorschläge machen

Dann sind sogleich die Erfahrungen der Pendler gefragt: "Auf welchen dieser Streckenabschnitte erfahren Sie regelmäßig Stau?" Und: Wie viel Zeit in Minuten lassen die Autofahrer auf der Straße liegen, weil es Behinderungen gibt? Was sind die Ursachen für die Staus auf den Streckenabschnitten? Anschließend dürfen Vorschläge gemacht werden, um "diese Engpässe zu eliminieren". Ideen dazu: Ausbau der B 471, Busspuren, Fahrradschnellwege, U-Bahn-Verlängerungen oder Querverbindungen zwischen den S-Bahn-Ästen, um nur ein paar Beispiele zu nennen, die in der vor dem Verkehrskollaps stehenden Region diskutiert werden. Die Umfrage ist anonym und dauert etwa fünf bis zehn Minuten. Die Daten dienten ausschließlich zu Forschungszwecken, so die Universität.

Eine Teilnahme ist bis zum 30. April möglich unter: https://survey.unibw.de/B471/