GarchingGrüne Energie für den TU-Campus

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Auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft: Der Campus der TU München in Garching.
Auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft: Der Campus der TU München in Garching. Robert Haas
  • Die TU München in Garching soll bis zum Sommer 2028 CO₂-neutral werden und rechnet mit einer jährlichen Einsparung von 30 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid.
  • Die Universität stellt von Erdgas auf erneuerbare Energien um und nutzt dabei Abwärme aus dem Leibniz-Rechenzentrum sowie Geothermie.
  • Der Forschungscampus war bislang Garchings größter Energieverbraucher mit 42 Prozent des städtischen Wärmebedarfs.
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Bis zum Sommer 2028 soll der Hochschulstandort in Garching CO₂-neutral werden. Durch die Umstellung von Erdgas auf erneuerbare Energien rechnet die Technische Universität künftig mit der Einsparung von jährlich 30 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid.

Von Sabine Wejsada, Garching

Die Technische Universität (TU) in Garching setzt künftig auf grüne Energie: Bis zum Sommer 2028 soll die Versorgung des Standorts der Universität im Münchner Norden CO₂-neutral werden. Das ist gut für die Hochschule – und natürlich auch für die Stadt, weil der Forschungscampus bislang der größte Energiefresser war. Wann immer es in der Vergangenheit um die kommunale Klimabilanz ging, haben sich die Einrichtungen auf dem Gelände an der Grenze zum Landkreis Freising als „bleischwerer Brocken am Fuß Garchings erwiesen“, wie es Florian Loibl von der TU nun formulierte.

Das soll sich jetzt ändern: Mit einer umfassenden Umstellung auf erneuerbare Energien will der Campus „den Schalter umlegen“. Das bestehende und mit Erdgas betriebene Heizkraftwerk soll nur noch als absolute Reserve genutzt und umgebaut werden.

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Die TU greift bei der Neuausrichtung nach den Worten von Loibl auf das zurück, was bereits vorhanden ist: Abwärme. Der Großteil der Heizleistung kommt künftig aus dem Leibniz-Rechenzentrum. Dessen Höchstleistungscomputer produzieren erhebliche Wärme, und müssen aufwendig gekühlt werden. In Zukunft werde diese Energie in das Nahwärmenetz des Campus eingespeist, so Loibl.
Weitere Wärme liefert die Garchinger Geothermie. Errichtet werden zudem leistungsfähige Wärmepumpen und – für den Bedarf bei Spitzenlast – elektrische Heizkessel.

Ein Gaskessel soll Versorgungssicherheit garantieren

Zudem soll ein neuer Gaskessel laut der TU bei einem etwaigen Stromausfall die Versorgungssicherheit garantieren. Im Regelbetrieb werde komplett auf Gas verzichtet. Für die Umsetzung des klimaschonenden Konzepts werden auf dem Campus neue Fernwärmeleitungen und eine neue Energiezentrale gebaut. Alle Übergabestationen zu den Gebäuden werden erneuert, die Häuser werden saniert. Das Herzstück der neuen Energiezentrale sind sieben Großwärmepumpen, die mit umweltfreundlichen Kältemitteln arbeiten. Nach den Plänen der TU werden diese durch leistungsstarke Wärmespeicher und Elektrokessel ergänzt, die überschüssigen Strom flexibel in Wärme umwandeln sollen. Das gesamte System wird rund um die Uhr digital überwacht.

Die Universität rechnet durch den Umstieg auf grüne Energie mit einer Einsparung von jährlich 30 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Umstellung und Betrieb führt ein Dienstleiter aus Nordrhein-Westfalen aus. Zu diesem Zweck hat die TU München Ende 2025 eine auf 20 Jahre angelegte Partnerschaft mit der Gesellschaft für innovative Elektrotechnik (Getech) geschlossen. „Wir haben uns von der eigenen Energieerzeugung am Campus verabschiedet und sie in externe Hände gegeben“, sagte Loibl.

Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) und der Stadtrat begrüßten die Pläne für den TU-Campus: „Das versetzt uns natürlich in positive Stimmung, was unsere Energiebilanz angeht“, sagte der Rathauschef. Nicht zuletzt, weil der Forschungscampus im nördlichen Bereich des Stadtgebiets laut dem aktuellen kommunalen Wärmeplan mit 42 Prozent den größten Anteil des Bedarfs in Garching ausweist. Nur etwas mehr als ein Fünftel entfällt auf Wohngebäude, an die 33 Prozent verbrauchen die Sektoren Gewerbe, Handel Dienstleistungen und Industrie.

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