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TSV Unterhaching:Zum Saisonauftakt ins Aus

volleyball unterhaching teampräsentation

Wie in einem schlechten Film: Hachinger Volleyballer beim Besuch der Bavaria-Studios in Grünwald, der für die Sportler in der Quarantäne endete.

(Foto: oh)

Unterhachings Volleyballer müssen nach einem Busausflug und zwei positiven Corona-Tests in Quarantäne.

Von Stefan Galler, Unterhaching

Ob es eine gute Idee war, zum Saisonauftakt gemeinsam einen Ausflug zu unternehmen? Darüber denken sie beim TSV Unterhaching jetzt anders. Vor einer Woche fuhr die Volleyball-Mannschaft jedenfalls zusammen mit Sponsoren und Lokalpolitikern im Reisebus nach Grünwald zur Bavaria Filmstadt, in der "Filmkantine" gab es nach der Besichtigung vom neuen Hachinger Caterer noch etwas zu essen und alle waren guter Dinge. Mittlerweile ist die Freude einer Ernüchterung gewichen: Weil bereits zwei Teilnehmer der Fahrt positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ist die gesamte Hachinger Mannschaft zum Start der neuen Bundesligasaison in Quarantäne - wie auch Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) und sein Stellvertreter Richard Raiser (CSU), die ebenfalls dabei waren.

"Es ist natürlich brutal, wenn einem die beiden wichtigsten Wochen der Saisonvorbereitung unmittelbar vor dem Start wegfallen", sagt TSV-Trainer und Ex-Nationalspieler Patrick Steuerwald. Am 18. Oktober hätte das erste Saisonspiel der Unterhachinger beim TV Bühl stattfinden sollen; dieses wurde nun bereits abgesagt und auf November verschoben, wie TSV-Geschäftsführer Mihai Paduretu bestätigt. "Aber damit, dass in dieser Saison nicht alles reibungslos läuft, haben wir rechnen müssen", so der frühere Trainer der Hachinger Volleyballer. "Es ist nun einmal so, dass wir nicht wie der FC Bayern seine Fußballer in einer Blase abgeschottet trainieren lassen können." Man habe Schüler, Studenten und Arbeitnehmer in der Mannschaft, die im Alltag ihren Pflichten nachkommen müssten. "Deshalb ist das Infektionsrisiko bei uns höher als bei Profisportlern." Die ersten Testergebnisse sind mittlerweile eingetroffen, demnach wurde bei keinem Spieler das Virus nachgewiesen, allerdings betrifft von den beiden positiven Fällen mindestens einer das unmittelbare Umfeld des Teams. "Im Nachhinein ist man immer schlauer", sagt Trainer Steuerwald. "Das war ein ganz normales Event, wir haben uns an alle Vorschriften gehalten."

Allerdings berichten Teilnehmer, in der engen "Filmkantine" sei es für die 40 Anwesenden durchaus schwierig gewesen, die Abstände einzuhalten. Ein Moderator habe es den Gästen zudem freigestellt, innerhalb dieser "geschlossenen Gesellschaft" den Mund- und Nasenschutz den Hygieneregeln entsprechend abzunehmen. Immerhin sei darauf hingewiesen worden, dass man nach Belieben die Masken selbstverständlich auch anbehalten könne. Im Bus habe dagegen eine klar kommunizierte Maskenpflicht gegolten.

Für Trainer Steuerwald heißt es nun warten und hoffen, dass die zweite Testreihe keine weiteren positiven Ergebnisse bringt. Und dass seine extrem junge und unerfahrene Mannschaft gestärkt aus dieser unerfreulichen Quarantänezeit herauskommt: "Für 16- bis 20-jährige Sportler gibt es kaum etwas Schlimmeres, als zwei Wochen lang eingesperrt zu sein. Wenn es wieder losgeht, wissen die wahrscheinlich gar nicht, wohin mit ihrer aufgestauten Energie." Bereits vor einigen Wochen hatten die TSV-Volleyballer eine fünftägige Trainingspause einlegen müssen, weil einer der Spieler an seinem Arbeitsplatz Kontakt mit einem positiv Getesteten gehabt hatte.

© SZ vom 09.10.2020

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