Hunderte Haushalte betroffen:Schleißheimer müssen Wasser abkochen

Leitungswasser

Voraussichtlich bis zum Mittwoch müssen die Bewohner von Ober- und Unterschleißheim das Wasser abkochen.

(Foto: Roland Weihrauch/dpa)

Auch zwei Tage nach dem Ausfall der Versorgung wird weiter nach der Ursache gesucht. Ein Blitzeinschlag unweit des Wasserwerks könnte verantwortlich sein.

Von Martin Mühlfenzl

Möglicherweise in Folge eines Blitzeinschlags ist am Sonntagabend die komplette Wasserversorgung in Unter- und Oberschleißheim für mehrere Stunden zusammengebrochen. Gegen 19 Uhr kam es im Wasserwerk der beiden Kommunen im Berglwald zu einem Stromausfall, der einen Spannungsabfall zur Folge hatte, sodass Hunderte von Haushalten nicht mehr oder nur unzureichend mit Trinkwasser versorgt werden konnten. Die Ursache für den Stromausfall war bis Montag noch nicht eindeutig geklärt. In der Nacht zum Montag konnten die Einsatzkräfte die Wasserversorgung in beiden Kommunen aber wieder herstellen.

Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck (SPD) sagte der SZ am Montag, dass es am Sonntag einen Blitzeinschlag in der Nähe des Wasserwerks gegeben habe. Ob dieser aber auch ursächlich für den Stromausfall in der Anlage gewesen ist, sei noch nicht geklärt. Eine Gefährdung der Bevölkerung hat nach Angaben des Rathauschefs zu keinem Zeitpunkt bestanden. Die Bevölkerung wurde dennoch am Samstag dazu aufgerufen, das Trinkwasser, das nur noch spärlich aus den Leitungen tröpfelte, abzukochen. Am Montag folgte eine entsprechende Anordnung des Gesundheitsamts. Sie gilt vorläufig bis zum Mittwoch.

Anordnung des Gesundheitsamtes

Böck spricht von einer "reinen Vorsichtsmaßnahme". Bis Mittwoch würden in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt umfangreiche Untersuchungen des Trinkwassers in beiden Kommunen vorgenommen, "um die sehr gute Qualität des Trinkwassers aus dem Berglwald für die Region weiter sicherzustellen", wie der Bürgermeister ankündigte.

Erfreut zeigte sich Böck zudem, dass die Notfallversorgung der Stadt Unterschleißheim und der Gemeinde Oberschleißheim noch am Samstagabend reibungslos angelaufen sei. Beide Kommunen wurden nach dem Stromausfall sofort dem Notverbund des Zweckverbands Wasserversorgung Freising-Süd zugeschaltet und von dort aus mit Trinkwasser versorgt. Allerdings nicht vollumfänglich und nur mit reduziertem Wasserdruck.

Die Stadt Unterschleißheim informierte die Menschen noch am Sonntagabend und in der Nacht vor allem über ihre Facebook-Seite und erhielt über diese auch hunderte Rückmeldungen. Einerseits teilten die Menschen in Nachrichten mit, wo die Wasserversorgung überall ausgefallen war; andererseits gab es vor allem aufmunternde Nachrichten und auch viel Lob für die Einsatzkräfte und deren Bemühungen, die Wasserversorgung schnellstmöglich wieder herzustellen. "Herzlichen Dank an alle, die involviert waren", schrieb eine Userin, nachdem die Arbeiten abgeschlossen waren. "Super Arbeit und so schnell", freute sich eine andere.

Die Kreisbrandinspektion, die Freiwillige Feuerwehr Unterschleißheim und das Rote Kreuz leisteten mit den Mitarbeitern des Wasserwerks Unterstützung, um die Infrastruktur in der Nacht wieder zum Laufen zu bringen. Dies gelang den Helfern gegen 1 Uhr nachts. "Ich bedanke mich wirklich herzlich bei allen, die an dieser Aktion beteiligt waren", sagte Bürgermeister Böck am Montag.

In einer ersten Fassung hieß es irrtümlich, die Trinkwasserversorgung sei am Samstagabend ausgefallen, tatsächlich war es Sonntagabend.

© SZ vom 27.07.2021/sab
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