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Ergoldsbach: Denkmal enthüllt:Brunner in Bronze

Genau ein Jahr nach der tödlichen Attacke auf Dominik Brunner gedenkt die Gemeinde Ergoldsbach ihres Helden: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat in dem niederbayerischen Ort eine zwei Meter große Statue enthüllt.

Ein Mann, der schützend seine Hand vor Kinder hält: Die niederbayerische Gemeinde Ergoldsbach bei Landshut gedenkt ihres Helden - mit einer zwei Meter großen Bronze-Skulptur. Im Speziellen soll diese an Dominik Brunner erinnern, der auf den Tag genau vor einem Jahr an der Münchner S-Bahnstation Solln von zwei Jugendlichen zu Tode geprügelt worden war. Der Geschäftsmann hatte sich schützend vor vier Schüler gestellt.

Brunner-Statue in Ergoldsbach - die Bilder

Ein Denkmal für Zivilcourage

Im Allgemeinen aber solle das Denkmal auch ein Symbol für Zivilcourage sein: "Zivilcourage ist das Fundament, auf dem die Werte unserer Gesellschaft beruhen", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der bei der Enthüllung des Denkmals mit dabei war. Weiter sagte Herrmann, dass er die wachsende Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft mit "großer Sorge" betrachte: "In Bayern leben die Menschen zwar sicherer als in jedem anderen Bundesland. Gleichwohl ist die öffentliche Sicherheit und die Verhütung von Straftaten eine dringende gesamtgesellschaftliche Aufgabe."

Herrmann erinnerte daran, dass der Jahrestag auch ein Tag der Mahnung sei, noch mehr gegen die Gewalt in unserer Gesellschaft zu tun. Er betrachte die wachsende Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft mit großer Sorge: "In Bayern leben die Menschen zwar sicherer als in jedem anderen Bundesland. Die Bayerische Polizei leistet eine hervorragende Arbeit. Gleichwohl ist die öffentliche Sicherheit und die Verhütung von Straftaten eine dringende gesamtgesellschaftliche Aufgabe", so Herrmann. Man brauche das Engagement und die Mithilfe der Bürger, um ei! ne neue Kultur des Hinsehens und des füreinander Einstehens zu erzeugen. Herrmann: "Zivilcourage ist und bleibt das Grundfundament, auf dem die Werte unserer Gesellschaft beruhen."

Die Skulptur des Bildhauers Stefan Rottmeier steht vor dem Neubau einer Kinderkrippe und eines Schülerhortes - dem "Dominik-Brunner-Haus", das ebenfalls an diesem Sonntag in der Heimatgemeinde des Geschäftsmanns eingeweiht wurde.

Gedenken am Tatort

Zum Jahrestag der Bluttat von Solln fand am Tatort in München eine ökumenische Andacht statt. Bei der Gedenkfeier stellten die beiden Ortskirchen ein Kreuz auf. "Es soll ein Symbol der Erinnerung sein", sagte der evangelische Pfarrer Andreas Rickerl.

Pfarrer Christian Wendebourg, der die Andacht zusammen mit dem katholischen Dekan Andreas Weiger hielt, sagte bei der Andacht: "Dominik Brunner wollte kein Held sein." Jeder fürchte sich davor, einmal so ein Held sein zu müssen. Es gelte nun, die Erinnerung an Brunner wachzuhalten und wachsam zu sein.

Erst am vergangenen Montag waren die beiden jungen Männer, mit denen Brunner die tödliche Auseinandersetzung gehabt hatte, zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Der Haupttäter wurde wegen Mordes zu einer Strafe von neun Jahren und zehn Monate verurteilt, der jüngere muss für sieben Jahre ins Gefängnis wegen Körperverletzung mit Todesfolge.